Rundweg zu Denkmälern und Landschaften in Kelmis und Lontzen

Entdeckungstour für den Herbst

Bei einer schönen Wanderung durch herbstliche Wälder und Wiesen können Sie einige nah aneinander liegende geschützte Objekte in den Gemeinden Kelmis und Lontzen erkunden.

Casinoweiher - Kelmis

Der Weiher mit den umliegenden Halden ist seit 2003 als Landschaft geschützt und ein beliebtes Ausflugsziel. Der Weiher ist aber nicht nur wegen seines landschaftlichen Reizes geschützt, sondern vor allem weil er eines der letzten Zeugnisse der industriellen Vergangenheit Kelmis ist.

Er wurde im 19. Jahrhundert von der "Vieille-Montagne" angelegt, um als Wasserreservoir für die Wäsche der Galmeierze zu dienen. Im Herbst kann man hier oft seltene Wasservögel beobachten, für die der Schilfgürtel bei ihrer Reise nach Süden eine Schutzzone darstellt.

Eyneburg - Hergenrath

Burg_Eyneburg

Vom Casinoweiher geht es durch den Wald Richtung Eyneburg. Die mittelalterliche Burganlage kündigt sich schon am Waldrand durch eine hohe Einfriedungsmauer an, die das Gelände der Burg eingrenzt. Über dem Tal der Göhl erhebt sich eine der wenigen Burgen der Gegend, die auf einer Anhöhe liegt. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und mit der Zeit immer wieder verändert und vergrößert.

Geschichte am Rande

Die Eyneburg wird im Volksmund auch Emmaburg, nach einer Tochter Karls des Großen, genannt. Eine Legende erzählt, dass Emma sich hier mit ihrem heimlichen Geliebten Einhard getroffen haben soll. Einhard war ein Freund und Biograph ihres Vaters, der auf dem Hof residierte.

Um die Liebe geheim zu halten, trafen sich die beiden in der Dunkelheit. Der Sage nach trug Emma einmal ihren Einhard auf dem Rücken nach Hause, da es geschneit hatte und sie sich durch seine Fußstapfen nicht verraten wollten. Diese Szenerie wurde allerdings von Karl beobachtet, der die beiden am nächsten Morgen zur Rede stellte.

Lontzener Bachtal - Kelmis/Lontzen

Die Eyneburg hinter sich lassend, geht es wieder in den Wald in die botanische Schatzkammer des Lontzener Bachtals. Vom Hohnbach wird diese zum Wandern einladende Landschaft modelliert. Hier wurde in der Vergangenheit Galmei (Zinkerz) aus Stollen gefördert und über eine Bahnstrecke nach Kelmis gebracht. Der Abbau ist noch an zahlreichen Spuren ablesbar (Stollen, Flora und Galmeihalde). An einigen Stellen können nur die Pflanzen überleben, die widerstandsfähig oder tolerant gegen Schwermetalle sind. Die bekannteste ist sicherlich das Galmeiveilchen (Viola calaminaria).

Kapelle St. Rochus - Neu-Moresnet

Aus dem Wald kommend, liegt inmitten von Wiesen isoliert die kleine Kapelle aus Bruchstein. Dieser idyllische Ort lädt zu einer Pause ein, um die umgebende Kulturlandschaft zu genießen.

Hier war einst das Zentrum der königlichen Herrschaft Kelmis (1650-1794). Nach dem Einfall und Verwüstung durch die Franzosen wurde die Kapelle im 17. Jahrhundert wiedererrichtet. Als der Innenraum neu gestaltet wurde, wurde ein großer Altarstein entdeckt, der Aufschlüsse auf eine ältere Entstehungszeit liefern könnte. Dieser Stein wurde in die Nordwand des Altarraumes eingelassen.

Entdeckungstour für den Herbst
Denkmäler und Landschaften in Kelmis und Lontzen