Maria Himmelfahrt am 15. August

Pilgerbrauchtum in Ostbelgien

Der 15. August wird in der katholischen Kirche als Tag der Himmelfahrt Mariens gefeiert. Auch in Ostbelgien ist dies für viele Menschen ein wichtiger Feiertag, an dem sich so manch einer auf eine Pilgerreise begibt.

Das Wort Pilger stammt vom Lateinischen peregrinus ab und bedeutet ausländisch, fremd, unwissend. Unter einer Pilgerreise oder auch Wallfahrt, versteht man allgemein eine religiös oder zumindest spirituell motivierte Reise zu einem Kultort.

Ein Blick in die Geschichte...

Wallfahren und Pilgern sind schon im Alten Testament bekannt. Man geht davon aus, dass Menschen schon seit dem 9. Jahrhundert vor Christus Pilgerreisen zu religiös bedeutenden Orten unternahmen.

Im Mittelalter gehörte das Pilgern zum festen Bestandteil des religiösen Lebens. Ab dem 2. Jahrhundert nach Christus findet man Hinweise dafür, dass die Wirkungsstätten von Jesu Christi von Gläubigen aufgesucht wurden. Jerusalem und später auch Rom entwickelten sich zu den wichtigsten Pilgerzielen des Mittelalters.

Pilgerbrauchtum heute

Auch heute noch begeben die Menschen sich auf spirituelle Reisen. Häufig zieht es Gläubige in das belgische Banneux, nach Lourdes oder Santiago de Compostela.

och auch lokale Wallfahrten werden immer noch von einzelnen Pfarrgemeinden organisiert.

Besonders beliebt sind dabei die Marienwallfahrten am 15. August eines jeden Jahres. Der 15. August ist in der katholischen Liturgie der Tag der Himmelfahrt Mariens und wird beispielsweise in Schönberg feierlich begangen.

Die Mariengrotte

Mariengrotte
 

Ende der 1930er Jahre wirkte in der Pfarre Schönberg der Priester Franz Darcis. Darcis war ein großer Marienverehrer. Es entstand die Idee, in Schönberg eine Mariengrotte zu errichten. Der Vorschlag fand großen Anklang beim Kirchenfabrikrat, wie auch bei Bürgermeister und Schöffen.

So wurde am 10. April 1938 der Grundstein für die Grotte und die Kreuzweganlage gelegt. Ein Antwerpener Unternehmen konnte die Grotte bereits im September 1938 fertig stellen. 1939 folgte die feierliche Einweihung. Die Grotte erfreute sich fortan sehr großer Beliebtheit und die Zahl der Pilger stieg stetig an. Ende der 1960er Jahre wurde die Anlage erweitert.

Marienfeier am 15. August

Der Festtag beginnt mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche. Am Nachmittag kommen aus Schönberg und vielen anderen Orten der belgischen und deutschen Eifel Pilger, um an der Andacht an der Grotte und der anschließenden Prozession teilzunehmen.

Viele Pilgergruppen kommen schon seit etlichen Jahren nach Schönberg.

Am Abend findet eine Lichterprozession in der Kreuzweganlage statt. Musikalisch wird diese Feier von einem Gastchor begleitet. Auch am Abend kommen Pilgergruppen aus den Nachbarorten, um den kirchlichen Festtag gemeinsam zu beschließen.