12.09.2018

Kulturerbe hautnah erlebt!

Nachbericht - Tage des offenen Denkmals 2018

Am Wochenende des 8. und 9. Septembers konnte ungewöhnliches Kulturerbe in Ostbelgien erlebt werden. Mehr als 700 Menschen nahmen an den zahlreich angebotenen Aktivitäten in Raeren, Eupen, St. Vith und Recht teil.

Eine hochinteressante und außergewöhnliche Führung durch die Werkstatt des Orgelbauers Schumacher im Langesthal und einen geführten Rundgang mit Huby Korvorst durch das Kloster Heidberg konnten rund 60 Personen beiwohnen. Der Nachmittag wurde nach einer Erfrischung im Innenhof des Klosters mit einem Orgelkonzert von Serge Schoonbroodt in der Kapelle des Klosters abgerundet.

Regen Zuspruch fanden auch die Rundfunkamateure Ostbelgien. Sie präsentierten alte und neue Funktechnik in der Gosperstraße 42, Morsezeichen wurden fleißig geübt, wobei sich die Kinder als wahre Talente entpuppten. Es gab einen interessanten Austausch zwischen Funkamateuren, Laien und Interessierten. Mit 200 Besuchern waren die Ehrenamtlichen des Vereins sichtlich begeistert und freuten sich, dass dieses immaterielle Kulturerbe nun um einiges bekannter geworden ist.

Verborgene Schätze: Eiskeller und Kapuzinergruft

Publikumsmagnet waren mit mehr als 500 Besuchern am Wochenende der Eiskeller in der Borngasse und die Kapunzinergruft in der Klosterkirche in der Innenstadt Eupens.

Der Eiskeller konnte mit Helm und Taschenlampe eigenständig erkundet werden. Die meisten trauten sich trotz Dunkelheit und Zustand tief hinein. Viele Menschen berichteten uns von ihren Erinnerungen an den Eiskeller, als er noch in Nutzung war oder als dort Feste veranstaltet wurden.

Die Skelette der Kapuziner aus dem 18. Jahrhundert und die Kleinheit der Gruft erstaunte viele Menschen. Den etwas schwierigen Abstieg nahmen Jung und Alt für dieses besondere Erlebnis in Kauf, denn diese Gruft war eine echte Überraschung. Sie war nur wenigen bekannt und diejenigen, die vor 40 Jahren das letzte Mal hinuntergestiegen sind, wollten die neue Chance nicht verpassen, um ihre Erinnerung aufzufrischen. Die Fremdenführerin Christa Dujardin lieferte zur letzten Ruhestätte der Franziskanermönche und einiger Eupener Wohltäter, worunter auch Frauen, die Hintergrundinformationen und brachte die Gruft in ihren historischen Kontext.

Führungen in Raeren, Recht und St. Vith

Aber auch die Führungen am KuKuK mit Herbert Ruland waren an beiden Tagen mit jeweils knapp 30 Personen komplett ausgebucht. Herbert Ruland konnte auf seine besondere Art und Weise die Grenz- und Naturgeschichte des Ortes wieder lebendig machen. Die Besucher waren begeistert und konnten auch hier den Nachmittag gemütlich im Café des KuKuK oder bei einem Konzert mit "Klaus dem Geiger" musikalisch ausklingen lassen.

Weitere Führungen gab es im Schieferstollen Recht - Blausteinmuseum, wo rund

70 Personen in die kühle Tiefe des Stollens abtauchten und dort bei einer spannenden Führung so einiges über die Geologie bis hin zur Geschichte des Schieferstollens erfuhren. Im Anschluss gab es Kaffee und Gebäck aus der Region.

Einen weiteren Rundgang zu den ungewöhnlichen Orten St. Viths hat das Museum ZVS angeboten. Auch hier gab es bis zu 30 Teilnehmer, die an den gelungen Führungen teilnehmen konnten. Veranstalter und Teilnehmer zeigten sich überaus zufrieden.