Im Ministerium trifft Kunst auf Verwaltung

Folge 2: Das sind die aktuellen Neuanschaffungen

Kunst hat viele Gesichter! Das beweist das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Das Präsidium des Rates der deutschen Kulturgemeinschaft regte 1974 den Erwerb von Kunstgegenständen an. Mittlerweile beheimatet das Ministerium mehr als 1000 Kunstwerke.

Seit 1984 kauft das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft regelmäßig Kunstwerke

  • mit Ostbelgien-Bezug oder
  • von Künstlern, die aus Ostbelgien stammen oder hier arbeiten

Im Jahr 2017 wurde mit Blick auf zukünftige Ankäufe eine fünfköpfige Kunstkommission eingerichtet. Diese bewertet die vorgeschlagenen Kunstwerke und empfiehlt den Ankauf per Gutachten – oder auch nicht. Zum Schluss entscheidet die Ministerin für Kultur über den Ankauf.

Pro Jahr werden Werke von vier bis sechs Künstlern erworben. Inzwischen ist das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Besitz von mehr als 1000 Kunstwerken aus den Bereichen:

  • Fotografie
  • Malerei
  • Zeichnung, Illustration und Grafik
  • Druck, Plakatkunst und Infografik
  • Dreidimensionales

Ein wichtiges „Kunstgedächtnis“

„Kunst ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Kultur. Daher sieht sich das Ministerium in der Pflicht, für regional bedeutsame Kunstwerke einen Ort zu schaffen, wo sie für die Nachwelt erhalten bleiben.“ Ralf Cüpper.

„Kunst ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Kultur. Daher sieht sich das Ministerium in der Pflicht, für regional bedeutsame Kunstwerke einen Ort zu schaffen, wo sie für die Nachwelt erhalten bleiben“, erklärt Ralph Cüpper vom Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Er verwaltet und betreut die umfassende Kunstsammlung. Die meisten Werke werden in öffentlichen Gebäuden ausgestellt: Im Ministerium, in Gemeindehäusern, im Parlament, im Redaktionshaus des Belgischen Rundfunks, in Krankenhäusern oder auch in Arbeitsämtern. Alle anderen Kunstwerke werden fachmännisch in einem Depot gelagert.

Das sind „die Neuen“

2018 wurden Kunstwerke von sechs Künstlern angekauft. Diese konnten aufgrund von Umbauarbeiten im Ministerium bislang nicht öffentlich gezeigt werden. Eine nachträgliche Ausstellung ist allerdings geplant.

Online sind sie schon jetzt auf dem Kulturerbe-Portal unter dem Reiter „Neuankäufe 2018“ einsehbar. In der zweiten Folge möchten wir Ihnen die Künstlerinnen Andrea Zang und Annette Müllender kurz vorstellen.

Andrea Zang: Hirschfink

Andrea Zang wurde in Bergisch-Gladbach geboren. Mittlerweile lebt und arbeitet sie in Herzogenrath und Aachen. Als Künstlerin hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, dem Betrachter den Spiegel vor Augen zu halten – auch mit ihrem Kunstwerk „Hirschfink“, welches das Ministerium 2018 in seinen Besitz aufgenommen hat.

Streng genommen handelt es sich dabei um zwei Kunstwerke: eine Malerei auf Leinwand, ein 3D-Druck – beide stellen dasselbe Objekt dar. Der Hirschfink als kunstvolles Mischwesen verkörpert aber nicht einfach nur ein Fabelwesen. Vielmehr stellt er ein Sinnbild menschlicher Überheblichkeit dar.

Bereits auf zahllosen internationalen Ausstellungen hat Andrea Zang in der Form ihre eigenständigen dunklen Bühnenräume mit Tierwesen gefüllt, die Mensch und Gesellschaft kritisch und aufklärerisch in den Blick nehmen. Auf diese Weise regt Andrea Zang ein Überdenken unseres Verhältnisses zu Tieren und zur naturhaften Seele an.

Der Einsatz des 3D-Drucks für künstlerische Zwecke steckt noch in den Kinderschuhen. Somit ist dieses Werk auch in der Sammlung des Ministeriums das erste seiner Art.

Stöbern Sie im Kulturerbearchiv und erfahren Sie mehr zu dem Kunstwerk!

Annette Müllender: Sieben Karikaturen

Auch sieben Karikaturen von Annette Müllender, die explizit die politische Besonderheit Ostbelgiens darstellen, befinden sich seit 2018 im Besitz des Ministeriums. Die mit NETT signierende Illustratorin und Karikaturistin wurde 1969 in Malmedy geboren und lebt heute in Eupen. Seit 1991 ist sie als Künstlerin tätig und in Ostbelgien wahrlich keine Unbekannte. Wöchentlich veröffentlicht sie seit 2004 im Grenz-Echo ihre Karikaturen. Aus einem großen Konvolut von Arbeiten hat das Ministerium folgende Arbeiten ausgewählt:

  1. Karikatur zur Vennbahn (2004)
  2. Ich geh mit meinem Leterme, (2007)
  3. Vermittler Karl-Heinz Lambertz (2008)
  4. Zum neuen DG-Feiertag (2012)
  5. Das Infrastrukturkarussell (2013)
  6. Jeder braucht ein Weltkulturerbe (2014)
  7. Ceci n’est pas un président (2017)

Ihre mit Wortspielen gespickten Arbeiten stellen innerhalb der Karikaturistenszene eine Besonderheit dar. Sie gehen humorvoll mit der Politik ins Gericht und beziehen sich stets auf aktuelle Ereignisse.

Am 26. Februar präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle Werke von zwei weiteren Künstlern, die das Ministerium im Jahr 2018 erworben hat.

Stöbern Sie im Kulturerbearchiv und erfahren Sie mehr zu dem Kunstwerk.