Neuzugänge im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes

Frittenbuden, Schützenwesen und Morsen: Traditionen in Ostbelgien

Ostbelgien hat ein vielfältiges Kulturleben. Neben der Bierkultur zählt zum Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes nun auch die Frittenbudenkultur, das Morsen und das Schützenwesen. Hier erfahren Sie mehr zu den Neuzugängen!

In Ostbelgien ist was los! Die kulturelle Vielfalt hat so einiges zu bieten. Drei Traditionen, die Ostbelgien prägen, werden in diesem Artikel näher vorgestellt.

Die Frittenbudenkultur

Ob Fritten, Frieten oder Pommes Frites – in Belgien ist die knusprig frittierte Kartoffelspezialität kein Fastfood, das ein Schattendasein als Beilage führt. Im Gegenteil. Serviert in der typischen kegelförmigen Frittentüte genießt sie hierzulande sogar Kultstatus! Mindestens genauso berühmt ist die belgische Frittenbude, auch Frittüre genannt. Sie gilt als Keimzelle des belgischen „Nationalgerichts“. Etwa ein Viertel der Belgier verzehrt einmal wöchentlich frisch zubereitete Fritten aus der Frittüre. Davon gibt es fast 5000 in ganz Belgien, immerhin 30 in Ostbelgien.

Die Frittenbudenkultur hat eine lange Tradition. Die ersten Fritten wurden auf Jahrmärkten um die Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt und verzehrt. Die ersten festen Frittenbuden gehen zurück auf das Jahr 1880. Zwischen 1950 und 1980 erlebten die freistehenden Frittenbuden ihren Höhepunkt.

Das Schützenwesen

Das Schützenwesen in Ostbelgien ist mit seinen Schützenvereinen, Schützenbruderschaften, Schützengilden und Schützenverbänden ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Das Schützenwesen in Ostbelgien hat seinen Ursprung im 12. Jahrhundert, zu einer Zeit, in der die staatliche Ordnung die Sicherheit der Bürger nicht garantieren konnte. So fanden sich in vielen Gebieten Vereinigungen zusammen, die diese Aufgabe stattdessen übernahmen. Die Geburtsstunde der Schützenvereine! Mit zahlreichen symbolhaften Bräuchen erinnern sie weiterhin an längst vergessene Zeiten.

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie fest das Schützenwesen in den Dörfern, Städten und Gemeinden verankert ist. Allein in Ostbelgien und Umgebung sind drei Schützenverbände aktiv:

  • Der Schützenverband Malmedy & St. Vith mit 500 Mitgliedern in 13 Vereinen
  • Der Ostbelgische Stangenschützenverband mit 1105 Mitgliedern in 28 Vereinen
  • Die Fédération des Carabinieres de la Frontière mit 435 Mitgliedern in 14 Vereinen.

Darüber hinaus gibt es einige historische Schützenvereine, welche nicht einem Verband angeschlossen sind.

Das Morsen

Mittels kurzer und langer Zeichenelemente können bereits seit Mitte der 1830er-Jahre Nachrichten als Morsezeichen weltweit übertragen werden. Damit begann das Zeitalter des elektrischen Nachrichtenwesens.

Professionell werden Morsezeichen heutzutage nur noch bei Funkfeuern genutzt. Im Freizeitbereich erfreut es sich jedoch nach wie vor großer Beliebtheit. Mehrere tausend Funkamateure, drei Millionen weltweit, benutzen täglich die internationale Sprache der Morsetelegrafie.

Die Radioamateure der Belgischen Ostkantone (RBO) gehören als Sektion zur UBA (Union royale Belge des Amateurs-émetteurs). Die Sektion wurde 1981 gegründet und sie besteht aus 17 Amateurfunkern aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Diese treffen sich einmal im Monat in der Hubertushalle in Lontzen, um sich über die technische Ausstattung, bevorstehende Wettbewerbe und Erfolge bei vergangenen Wettbewerben auszutauschen.

In dem weiterführenden Link erfahren Sie mehr zu den neuen Einträge und zum immateriellen Kulturerbe.