Wie gut sind Ostbelgiens Denkmäler in Schuss?

2021 werden weitere Zustandsberichte erstellt

Ostbelgien ist bekannt für seine baulichen Denkmäler. Sie prägen nicht nur die Landschaft, sondern auch die regionale Kultur. Wie steht es wirklich um die alten Gemäuer? 2020 wurden die ersten Zustandsberichte fertiggestellt, 2021 folgen weitere.

2020 gab die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft den Startschuss für die Erstellung eines aktualisierten Katasters aller Denkmäler in Ostbelgien über Zustandsberichte. In diesen werden ebenfalls nicht verpflichtende Maßnahmen zum Erhalt des Denkmals festgehalten, um den Eigentümern konkrete Hilfestellungen an die Hand zu geben.

200 Denkmäler in Ostbelgien

Insgesamt existieren knapp 200 Denkmäler in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Ende 2021 sollen bereits von fast 50 Prozent unserer Denkmäler Zustandsberichte vorliegen. Neu bei der Erfassung in diesem Jahr ist, dass zusätzlich auch Neubewertungen der Unterschutzstellungen vorbereitet werden sollen. Dies ist sinnvoll, da sich viele Denkmäler im Laufe der Jahrzehnte stark verändert haben und somit gegebenenfalls auch der entsprechende Denkmalwert.

Auch wurden bei älteren Unterschutzstellungen häufig nicht alle denkmalwerten Elemente berücksichtigt oder es wurde pauschal ein Gebäude als Denkmal geschützt, obwohl ein Teil des Gebäudes über keinen Denkmalwert verfügt. Der jeweilige Zustandsbericht wird zeigen, ob eine Neubewertung notwendig ist oder nicht.

Rechtzeitig handeln

Die Denkmalschutzbehörde rät in dem Zusammenhang: Regelmäßige Unterhaltsarbeiten bei Denkmälern müssen eingeplant werden. An dieser Stelle sind die Zustandsberichte ein guter Wegweiser, anhand dessen Eigentümer notwendige anstehende Arbeiten besser einplanen und koordinieren können.

Gemäß dem Motto „Der beste Denkmalschutz ist der, der gar nicht erst zum Tragen kommt!“ soll außerdem der Fokus auf den vorbeugenden Denkmalschutz gelegt werden.

Zuschüsse vom Ministerium

Eine Maßnahme ist die Bezuschussung von Unterhaltsarbeiten durch die Deutschsprachige Gemeinschaft, damit wichtige Arbeiten nicht erst „in letzter Sekunde“ durchgeführt werden. Sind Unterhaltsarbeiten geplant, kann ein Zuschuss von bis zu 80 Prozent des Gesamtbetrags beim Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft beantragt werden.

Der maximale Zuschussbetrag beläuft sich in diesem Fall auf 22.000 Euro. Wenn die Arbeiten in Eigenleistung durchgeführt werden, kann sogar ein Zuschuss von bis zu 100 Prozent für Kosten im Bereich Material, Transport und Ausführungsmittel geltend gemacht werden. Hier liegt die Obergrenze des Gesamtbetrags bei 10.000 Euro.

Damit ein Zuschuss gewährt werden kann, muss der Antrag bis spätestens zum 31. Dezember des Vorjahres gestellt werden. Sollten Sie also Unterhaltsarbeiten für das Jahr 2022 planen, muss der entsprechende Zuschussantrag bis spätestens zum 31. Dezember 2021 eingereicht werden.