Auf den Spuren unserer Kultur und Geschichte

  • Kirchen, Burgen, Gräber, Wälle und Friedhöfe.

  • Bäume, Weiher, Plätze, Gärten und Täler.

  • Dialekte, Gemälde, Fotos, Karten, Schriftstücke und Bücher.

Sie alle und noch vieles mehr machen das kulturelle Erbe unserer ostbelgischen Heimat aus. Damit Sie diese Schätze entdecken können, schnürt das Ministerium immer wieder Themenpakete und -routen. Suchen Sie sich einfach ein Thema aus und begeben Sie sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit.

Haus Schulstraße 18 (Ehemalige Mädchenschule)

Vorderansicht - Mittelrisalit
Rückansicht - Mittelrisalit
Schrank
Treppen (EG -1. OG)
Eingangsbereich
Zwischentür - Eingangsbereich
Vorderansicht
Vorderansicht
Vorderfassade - Detail Öffnung
Vorderfassade - Detail Ochsenauge
Seitenfassade (links)
Unterschutzstellungserlass
 
Typologie Schule
Jahrhundert 19. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 26.03.2020
Kurzbeschreibung Gesellschaftspolitisches Zeitzeugnis

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wuchsen Gewerbe und Industrie in Eupen sprunghaft an. Somit waren auch Schuleinrichtungen für die Kinder der wachsenden Arbeiterschaft erforderlich. Absicht war nicht zuletzt die Entlastung und Freistellung der arbeitenden Bevölkerung von Betreuungsaufgaben. Schulbaurichtlinien ordneten die Anzahl der Schulklassen und deren Größe sowie Anzahl und Größe der Fenster zur ausreichenden Belichtung und Belüftung an.

Die ehemalige Mädchenschule in Eupen gibt Auskunft über Anspruch und Verpflichtung der Bauherren seinerzeit, die oft nicht ohne Selbstzweck die Notwendigkeit gemeinnütziger Leistungen und erzieherischen Maßnahmen erkannten. Das Objekt ist somit auch ein Zeugnis gesellschaftspolitischer Bauvorhaben zur Verbesserung der Lebensumstände und Zukunftsaussichten der Jugend zur damaligen Zeit.

Beschreibung

Architekturgeschichtliches Denkmal


Die Preußische Regierung setzte beim Bau ihrer öffentlichen Gebäude einen durchgängig einheitlichen Standard und eine unverwechselbare Architektursprache durch. Für die Planung von Schulgebäuden legte sie detaillierte Regeln auf. Obligatorisch war die Verwendung regionaltypischer Baumaterialien.

Auch die ehemalige Mädchenschule in Eupen weist alle architektonischen Merkmale dieser Bauepoche auf und ist ein anschauliches Architekturzeugnis des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die baulichen Veränderungen, die im nachfolgenden Jahrhundert im Zuge von schulischen Erfordernissen notwendig waren, vermitteln überdies die signifikante Entwicklung in der Architektursprache. Sie sind heute an der Schauseite und in der inneren Struktur sichtbar.

Städtebauliches Highlight


Am ursprünglichen Baukörper sowie am erweiterten Bau der 1920er-Jahre wurde von den Planern stets auf die Erhaltung der vier aufwendig gestalteten Seiten des Gebäudes Wert gelegt. Insbesondere seine Lage an einem Dreiecksplatz spricht für die planerische Absicht, das stattliche Gebäude mit seiner bemerkenswerten Fassade als Blickfang im Stadtbild zu platzieren. Auch wenn das Gebäude aktuell leer steht, wird es diesem Anspruch noch heute gerecht. In Zukunft soll das Gebäude nach entsprechenden Umbaumaßnahmen einer neuen Zweckbestimmung zugeführt werden.

Schulstraße 18
Eupen
4700
Belgien