Auf den Spuren unserer Kultur und Geschichte

  • Kirchen, Burgen, Gräber, Wälle und Friedhöfe.

  • Bäume, Weiher, Plätze, Gärten und Täler.

  • Dialekte, Gemälde, Fotos, Karten, Schriftstücke und Bücher.

Sie alle und noch vieles mehr machen das kulturelle Erbe unserer ostbelgischen Heimat aus. Damit Sie diese Schätze entdecken können, schnürt das Ministerium immer wieder Themenpakete und -routen. Suchen Sie sich einfach ein Thema aus und begeben Sie sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit.

Kirche St. Martin (Meyerode)

Turm mit Schiff (Südansicht)
Alte Ansicht
Alte Ansicht
Turm (Westansicht)
Schiff (Nordansicht)
Grabstein von Leonhard Rock
Weihwasserbehälter
Uhrwerk im Turm
Grabkreuz Vikar Margraf
Grabkreuz Pfarrer Heinrich Dries
Grundriss
 
Typologie Kirche
Jahrhundert 16. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 30.11.1960
Kurzbeschreibung Nach einer ehemaligen Glockeninschrift mit der Jahreszahl 1401 ist spätestens für die Wende des 14. Jahrhunderts die Existenz einer Kirche in Meyerode anzunehmen. Von dieser könnte der Turm der heutigen neugotischen Kirche stammen und vielleicht auch das Langhaus, dessen Mauern weit stärker sind als die des Chores. Die schönen Rotsandsteinfenster des Langhauses sind in ihrem ursprünglich gotischen Maßwerk erhalten. Sehenswert sind eine mittelalterliche Grabplatte, welche mit einem Kreuz verziert ist, und Schiefergrabkreuze aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Beschreibung Der Straße an dieser Stelle eine Kurve aufzwingend, großes teilweise gotisches Gebäude, in den Jahren 1928-1929 durch den Architekten Cunibert aus Malmedy vergrößert und dem neugotischen Geschmack angepasst. Im Westen, spätestens dem 14. Jahrhundert entstammend, verputzter Bruchsteinturm, auf seiner Westwand durch Ankereisen 1568 datiert, jedoch wahrscheinlich älter. Gotisches Langhaus unter Schiefersatteldach mit Aufschieblingen und Fenstergiebeln, in dreiseitiger Apsis endend, mit Rotsandsteinfenster mit ursprünglichem Maßwerk. 15.-16. Jahrhundert. Strebepfeiler mit abgestuftem Rücksprung und zwei Traufrinnen, Steinmetzzeichen. Das Mauerwerk des Chores wahrscheinlich in den Jahres 1928-1929 erneuert. Seitenschiffe und Sakristei im Süden ebenfalls aus dieser Zeit und von Cunibert. Grünlicher Sandbruchstein als Mauerverband und leicht gewölbt gearbeitet. In der Treppe zur Sakristei, rechteckiger Steinblock mit der Jahreszahl 1686. Restauriert und in Wiederverwendung am Eingang der Sakristei, rundbogige Tür in Rechter Schiefer, 1781 datiert, mit Jesusmonogramm. Schöne Schiefergrabkreuze aus dem 18. und 19. Jahrhundert in den neuen Mauern des Friedhofes. Links, mittelalterliche Grabplatte in Arkose, nur mit einem großen Kreuz in Aussparung geschmückt. (Quelle: Denkmälerverzeichnis) Auffallend ist, dass in keiner anderen Quelle außer dem Denkmälerverzeichnis und dem IRPA-Verzeichnis die Umbauten von 1928-29 erwähnt werden. Ortskundige behaupten sogar, dass zu diesem Zeitpunkt kein Umbau stattgefunden habe. Das Schiff sei beispielsweise bis zum 2. Weltkrieg einschiffig gewesen. Stattdessen wurde die Kirche im 2. Weltkrieg stark beschädigt: das Schiff war sozusagen ganz zerstört, der Chor und der Turm blieben hingegen weitgehend intakt. 1953 wurde das alte Schiff komplett abgerissen, der Chor sollte erhalten bleiben. Durch die Bauarbeiten stürzte der Chor dann doch ein und wurde daher ebenfalls neu erbaut und sogar erweitert, allerdings mit Wiederverwertung einiger Architekturelemente. Damals fand man Fundamente einer früheren Kirche kleineren Ausmaßes in deren Grundmauern die Steinplatte mit Kreuz (heute Friedhofsmauer) gefunden wurde. Vom ehemals gotischen Bau wurden in den Neubau lediglich die Gewölbedienste, zwei Schlusssteine im Chor und die Sandstein-Türeinfassung zwischen Chor und Sakristei übernommen. Selbst das Maßwerk der Fenster ist offenbar nicht mehr original gotisch, da Reiners berichtet, dass es 1884 erneuert wurde. Es stellt sich die Frage nach dem tatsächlichen Denkmalwert des heutigen Gebäudes.
Meyerode/Amel
4770
Belgien