Auf den Spuren unserer Kultur und Geschichte

  • Kirchen, Burgen, Gräber, Wälle und Friedhöfe.

  • Bäume, Weiher, Plätze, Gärten und Täler.

  • Dialekte, Gemälde, Fotos, Karten, Schriftstücke und Bücher.

Sie alle und noch vieles mehr machen das kulturelle Erbe unserer ostbelgischen Heimat aus. Damit Sie diese Schätze entdecken können, schnürt das Ministerium immer wieder Themenpakete und -routen. Suchen Sie sich einfach ein Thema aus und begeben Sie sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit.

Haus Werthplatz 1-3

Vorderfassade
Halbrunde Freitreppe
Aufnahme um 1900
Aufnahme um 1930
Aufnahme um 1980
Halbrunder Giebel
Rückfassade
Innenhof
 
Typologie Bürgerhaus
Jahrhundert 18. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 25.03.1983
Jahr 1744
Kurzbeschreibung Die Tuchmacherhäuser Nr. 1-3 wurden 1744 wahrscheinlich nach Plänen des Aachener Architekten Johann Joseph Couven für die Familie Grand Ry erbaut. Im Rundbogengiebel befindet sich noch heute ein Relief, auf dem die Glücksgöttin Fortuna mit Handelssymbolen dargestellt ist.
Beschreibung

Es wurde anstelle eines „die Tür“ genannten Hauses, das seit 1704 Eigentum der Voss und ihrer Nachfahren war, im Jahre 1744 durch die Grand Ry, Eigentümer seit 1741, als beeindruckendes Haus erbaut. Die Pläne werden Johann Joseph Couven zugeschrieben. 1786 kauft es Wilhelm Scheibler aus Monschau, Eigentum dieser Familie nur bis 1803. Eigentum der Firma Bock und Koenen aus Amsterdam von 1803 bis 1805, der Familie Fremerey von Reifert zwischen 1805 und 1855, den Ruuk von 1855 bis 1869; 1933 gehört es den Mennicken, dann die Teilung zwischen Gerckens und Maszynski. Später den Familien Gerckens und Signon, 1953 Käufer der zehn rechten Achsen. Heute gehört das Haus vollständig der Familie Signon. 

Zum Platz hin große Fassade in Ziegeln und Blaustein, früher weiß gestrichen, vielleicht von Anfang an. Dreizehn Achsen symmetrisch um Mittelachse und drei Geschosse in abnehmender Höhe stichbogiger Fenster mit drei Keilsteinen als Auflager, an den Ecken angeschnitten. Gewände in zwei Steinen. Fenster früher mit Guillotine und dünnen Sprossen. Dem ganzen eine Gliederung verleihend und von quergerilltern Pilastern bis zu einem Band unter dem Gesims der Fassade gerahmt, eine arg schmale Mittelachse und drei seitliche Achsen von jeder Seite als leichter Vorsprung. Eingangstüre mit profilierter Rahmung mit Kartuschen. Im Giebel, Voluten über dem abgeflachten Sturz mit gehauenem Keilstein mit Akanthus sowie die Jahreszahl «ANNO 1744« in einem Rocailledekor. Oberlichtfenster früher mit dünnen Sprossen in Fächerform. Halbrunde Vortreppe mit fünf Stufen mit seitlichem Rücksprung. Links mit ebenfalls einer Türe wahrscheinlich aus späterer Zeit drei mehrmals veränderte Achsen im Parterre mit in der Mitte des 19. Jahrhunderts einem breiten abgeflachten Fenster, alte Wagendurchfahrt? zwischen zwei hohen und schlanken Öffnungen. Halbrunder Giebel mit bunter Reliefdarstellung über der Mittelachse. Voluminöses Ziegelsatteldach mit Aufschieblingen, kleinen Walmen und Wetterfahnen, vielleicht früher mit Fenstergiebeln. Wenig vom reichen Dekor im Innern erhalten, es sei denn vor allem in einem seitlich gelegenen Treppenhaus, die Balustertreppe des 18. Jahrhunderts. Gegen die rechte Ecke Wagendurchfahrt mit Portal. Hinten, rechts durch den Nordflügel erreichbar, sieben Achsen breit und acht tief, erstaunlicher von drei dreigeschossigen Flügeln geschlossener Innenhof zur gewerbetreibenden Aktivität der Erbauer. Die gleichen Fenster wie im Wohnhaus. In der Mitte des mittleren Flügels dieser Dependenzen eine leicht vorspringende Achse zwischen Eckquadern in gerader Folge unter dreieckigem Giebel mit quadratischer Öffnungen – für eine Uhr? Band unter den Klötzen der einfachen Ziegelsatteldächer.

(Quelle: Denkmälerverzeichnis)

Werthplatz 1-3
Eupen
4700
Belgien