Auf den Spuren unserer Kultur und Geschichte

  • Kirchen, Burgen, Gräber, Wälle und Friedhöfe.

  • Bäume, Weiher, Plätze, Gärten und Täler.

  • Dialekte, Gemälde, Fotos, Karten, Schriftstücke und Bücher.

Sie alle und noch vieles mehr machen das kulturelle Erbe unserer ostbelgischen Heimat aus. Damit Sie diese Schätze entdecken können, schnürt das Ministerium immer wieder Themenpakete und -routen. Suchen Sie sich einfach ein Thema aus und begeben Sie sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit.

Haus Amstenrath

Hauptfassade
Vorbau
Vorbau, Nische
Herrenhaus, Westfassade
Rückfassade
Luftbildaufnahme der Anlage
Herrenhaus, vor 1945
Herrenhaus, vor 1945
Dach
Herrenhaus, Ostfassade
Vorderansicht
Axonometrie des Amstenrather Hauses
 
Typologie Gehöft
Jahrhundert 15. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 03.06.1987
Jahr nach 1450
Kurzbeschreibung Befestigtes, von Gräben umgebenes Haus, um einen kleinen rechteckigen Hof angelegt. Das Amstenrather Haus gehörte, wie das Vlattenhaus, der Familie von Eynatten. Bereits 1248 ist die alte Burg, die anschließend zur Ruine verfiel, urkundlich erwähnt. Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird das heutige Haus durch Johann von Eynatten erbaut und ist insgesamt für fünf Generationen im Besitz der Familie. Durch Heirat geht es Ende des 16. Jahrhunderts an Jakob von Reuschenberg und anschließend an die Familie Harff. 1647 erbt Arnold Huyn von Amstenraedt, Herr von Brusthem, das Haus. Er gibt dem Haus auch den Namen Amstenrather Haus, im Kaufakt wird das Haus 1644 aber auch als „maison forte“ bezeichnet. 1687 geht das Haus an Gaspar Deltour, der an dem Haus zahlreiche Veränderungen durchführen lässt und ihm sein jetziges Aussehen gibt.

Neben den Namen „Amstenrather Haus“ und „maison forte“ trägt das Haus auch die Namen „Kleines Haus Eynatten“, „Reuschenberger Haus“ und „Herrenhaus“.
Beschreibung Auf einer schmalen Plattform erbaut, die es erlaubt, zu Fuß das Haus zu umgehen, ist dieses über eine alte Steinbrücke mit ungleichen Bögen erreichbar. Breite Gräben, die nach Westen in einen großen Weiher auslaufen, umgebenen von einem Garten, in dem ein schönes gotisches Kreuz aus dem Jahre 1584 aufgestellt ist, das ursprünglich an dem alten Weg zwischen Walhorn und Eynatten stand. Das Schloß, Blaubruchstein mit zwei parallelen und massiven Gebäuden mit hohen abgewalmten Satteldächern unter Wetterfahnen, nach Westen durch einen dritten Bau gleicher Höhe und im Osten durch eine Mauer verbunden, gegen die im 17.Jh. der quadratische niedrige Vorbau errichtet wurde. Das Ganze begrenzte so einen kleinen rechteckigen Hof, in den nur selten Sonne gelangt. Eingang durch den Vorbau in regelmäßigem Mauerwerk mit Eckquadern in Zahnschnittfolge. Unter einer kleinen rundbogigen Nische mit der Umschrift „w-sub-tuum Praesidium“, rundbogige Tür mit über dem Sturz einem profilierten Gesims. Anschlag entweder dekorativ oder früher durch die Präsenz einer Hebebrücke bedient. In der Etage früher Kreuzsprossenfenster, dessen Sturz ebenfalls durch eine Traufleiste gedoppelt wird. Kleine quadratische Öffnungen und Tür mit geradem Sturz auf den Seiten des Vorbaues, mit Schiefersatteldach mit langen Walmen und Aufschieblingen mit schönem Fenstergiebel mit Zinne, von zwei Giebelähren und einer Wetterfahne überragt. Flügel des eigentlichen Schlosses in unregelmäßigem Bruchstein, jedoch mit Eckquadern. Öffnungen in den beiden Geschossen sämtlich durch Ersetzen der Quersprossen- und vielleicht der Kreuzsprossenfenster, die wahrscheinlich als zu schmal angesehen wurden, erneuert. Seltene und kleine quadratische Öffnungen im Sockel. In der Ostfassade, links des Vorbaues, eine Achse großer Rechtecköffnungen, teilweise anstelle von zwei alten Fenstern. Gleiche Art Öffnungen rechts, jedoch außer der Achse. Zahlreiche S-Ankereisen, regelmäßig über die Südfassade verteilt, mit zwei Rechteckfenstern unter zwei quadratischen Öffnungen. Im Westen lange, heute von sechs ungleichen Öffnungen durchbrochene Fassade mit Material in Wiederverwendung. Spuren der alten Öffnungen vermauert, zum größten Teil mit Quersprossenfenstern unter Entlastungsbogen. Nordfassade gleichermaßen verändert. Durch zahlreiche, hervorragende Konsolen, die auf blausteinernen, oft in unregelmäßigem Abstand liegenden Kragsteine aufliegen, gehaltenes Gesims. Innenhof mit Dallen. Erste Etage aus großen eingefügten Bruchsteinen mit vier rundbogigen, massiven und gedrungenen Türen, wovon eine unter Wappenblaustein Huyn von Amstenraedt. Etage Fachwerk, auf den drei Hauptflügeln zementiert und durch rechteckige holzgerahmte Öffnungen erhellt. Nach Südosten ausgestreckte, große Wirtschaftsanlage. Blaubruchsteinerne, im 19.Jh. stark veränderte Gebäude unter Ziegelsatteldächern. Durch Ankereisen auf 1829 und 1826 datierte Scheunen. (Quelle: Denkmälerverzeichnis)
Aachener Straße 27
Eynatten/Raeren
4731
Belgien