Auf den Spuren unserer Kultur und Geschichte

  • Kirchen, Burgen, Gräber, Wälle und Friedhöfe.

  • Bäume, Weiher, Plätze, Gärten und Täler.

  • Dialekte, Gemälde, Fotos, Karten, Schriftstücke und Bücher.

Sie alle und noch vieles mehr machen das kulturelle Erbe unserer ostbelgischen Heimat aus. Damit Sie diese Schätze entdecken können, schnürt das Ministerium immer wieder Themenpakete und -routen. Suchen Sie sich einfach ein Thema aus und begeben Sie sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit.

Apfelrest

Apfelrest
Karte Ortsnamen
 
Erläuterung

Der Apfelrest bzw. das Kerngehäuse des Apfels gehört zu den kleinen, alltäglichen Dingen, bei denen sich die dialektalen Bezeichnungen relativ gut erhalten haben, weil sie expressiver und eindeutiger sind als das, was die Standardsprache zu bieten hat (so wurde uns auch nur aus wenigen Orten Appelrest oder Kerngehäuse oder Jehös gemeldet). Dabei spielt – obwohl hier ja kein Geräusch im Spiel ist – auch Lautmalerisches eine Rolle, also Assoziationen  von Lauten zu Formen oder auch Bewertungen, was die Attraktivität dieser Wörter erhöht, aber die etymologische Herleitung oft erschwert.

In Ostbelgien sind hauptsächlich drei Bezeichnungen in Gebrauch. Am verbreitetsten ist Ketsch (mit den lautlichen Varianten Kötsch – südlich des Venns meistens so – und seltener Kitsch). Das Rheinische Wörterbuch (Bd. 4, Sp. 572 "Kitsche") stellt dies zu "Kitsche" mit der Bedeutung 'Kerbe, Einschnitt' und gibt als Bedeutung  'Ausgestochenes' an, was sowohl für die Verwendung für das 'Keimauge der Kartoffel, das ausgestochen ist' passt als auch für 'Kerngehäuse des Kernobstes, ausgestochen u. noch im Obst'.

Im Norden und im größten Teil der Gemeinden Büllingen und Bütgenbach ist Ketsch, Kötsch unangefochten das übliche Wort. In den Gemeinden Amel und St. Vith steht Kötsch dagegen in Konkurrenz zu Betsch, das hier insgesamt überwiegt.

In der Gemeinde Burg Reuland gilt dagegen weitestgehend Botz (auch Butz und Batz, letzteres ist auch die Form im Luxemburgischen. Das Wort ist wahrscheinlich verwandt mit beißen). Neben Botz wurden im Süden aber auch Ketsch und Betsch angegeben.

Vergleicht man mit der Karte des Rheinische Wörterbuchs ("Kitsche", Bd. 4, Sp. 573), die den Stand von 1923 dokumentiert, so zeigt sich, dass das Areal von Betsch,  das schon damals vergleichsweise klein war, offenbar durch Ausbreitung der damals schon weiter verbreiteten Bezeichnung Ketsch/Kitsch noch kleiner geworden ist. (Die Karte RWA 15 zeigt das heutige Ketsch-Areal deutlich als großen Kreis um Köln, das Wort ist allerdings auch noch weiter westlich im Limburgischen gebräuchlich. Dass es sich dabei im deutschen Rahmen um eine spezifisch rheinische Bezeichnung handelt, zeigt auch die WDU-Karte 97 für die Alltagssprache).

Die Grenze zwischen Betsch und Botz erweist sich im Vergleich mit der RhWB-Karte dagegen als recht unverändert.  Das Gebiet von Botz/Butz/Batz setzt sich nach Osten in die deutsche Eifel fort (RWA Kt. 15 Batz) und nach Süden ins Luxemburgische.

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