Auf den Spuren unserer Kultur und Geschichte

  • Kirchen, Burgen, Gräber, Wälle und Friedhöfe.

  • Bäume, Weiher, Plätze, Gärten und Täler.

  • Dialekte, Gemälde, Fotos, Karten, Schriftstücke und Bücher.

Sie alle und noch vieles mehr machen das kulturelle Erbe unserer ostbelgischen Heimat aus. Damit Sie diese Schätze entdecken können, schnürt das Ministerium immer wieder Themenpakete und -routen. Suchen Sie sich einfach ein Thema aus und begeben Sie sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit.

Schaufel

Schaufel
Karte Ortsnamen
 
Erläuterung

Entgegen den Erwartungen ist von dem großräumigen Gegensatz zwischen Schaufel und Schippe (vgl. etwa http://www.atlas-alltagssprache.de/schaufel/  oder WDU 1-14) in den ostbelgischen Dialekten nichts wiederzufinden. Beide Substantive sind mit dem Verb schieben verwandt (vgl. mitteldeutsch schuppen ‘schubsen’), gemeint ist also ursprünglich ein ‘Gerät zum Schieben’.  Das RhWb (Bd. 7, Sp. 969) stellt fest, das Wort Schaufel sei allgemein (im ganzen Gebiet des Wörterbuchs üblich, "[doch ist vielfach Schüppe dafür eingetreten]". Dies scheint sich im Dialekt vollständig durchgesetzt zu haben. In den Antworten auf unsere Frage variiert nur die Lautung; man sieht im Süden und in Recht sehr deutlich das Gebiet der Umlautentrundung, in dem ö zu e wird.  

Auffällig ist der Unterschied zu den Antworten in der AdA-Erhebung (http://www.atlas-alltagssprache.de/schaufel/):  Dort wurde aus Ostbelgien ausschließlich Schaufel gemeldet. Möglicherweise erklärt sich der Unterschied mit dem Hinweis von Kretschmer (1969), es gebe eine  Abstufung zwischen volkstümlichem Schippe und gewählterem Schaufel. Dahinter steht vermutlich die Assoziation des unverschobenen pp mit dialektaler bzw. volkstümlicher Sprache.

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