Auf den Spuren unserer Kultur und Geschichte

  • Kirchen, Burgen, Gräber, Wälle und Friedhöfe.

  • Bäume, Weiher, Plätze, Gärten und Täler.

  • Dialekte, Gemälde, Fotos, Karten, Schriftstücke und Bücher.

Sie alle und noch vieles mehr machen das kulturelle Erbe unserer ostbelgischen Heimat aus. Damit Sie diese Schätze entdecken können, schnürt das Ministerium immer wieder Themenpakete und -routen. Suchen Sie sich einfach ein Thema aus und begeben Sie sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit.

Ameise

Ameise
Karte Ortsnamen
 
Erläuterung

Das Wort Ameis(e) geht zurück auf eine Zusammensetzung aus einem Teil mit der ursprünglichen Bedeutung 'ab, weg', einem Teil, der mit Meißel verwandt ist und 'schneiden' bedeutete, und einer Endung mit Funktion, 'aus X [= dem Rest des Worts]Bestehendes' zu benennen; als Bedeutung kann also 'die aus Abschnitten Bestehende' rekonstruiert werden (Kluge) - dass diese Beschreibung besonders gut auf die Ameise passt, ist auf der Abbildung  zu erkennen. Gewissermaßen aus Abschnitten besteht auch die Karte: Nördlich des Venns, inklusive des angrenzenden deutschen Gebiets, heißt das Tier Omeseek (mit Lautvarianten). Das Wort Ameise steckt hier im ersten Teil Omes-, an den ein zweiter Teil angefügt ist, der sich auf  die Fähigkeit der Ameise bezieht, ein Gift auszuscheiden, das man mit Harn (Seiche) verglich oder dafür hielt (RhWb Bd. 8, Sp. 35).  Nach Tonnar/Evers ist die Reihenfolge in der ripuarischen Variante Seckommes, Seejommes (Gemeinden Büllingen, Bütgenbach/Amel und Burg Reuland, sowie angrenzende deutsche Eifel) umgestellt, allerdings ist dies die gewöhnlichere Reihenfolge für eine verdeutlichende Zusammensetzung: Das  Bestimmungswort steht normalerweise an erster Stelle. De Vries/de Tollenaere (S. 248) weisen darauf hin, dass die Vielgestaltigkeit der im Prinzip eigentlich ähnlichen Bezeichnungen für die Ameise annehmen lässt, dass der Name des Tiers stark tabuisiert war.

Das RhWb (ebd.) weist darauf hin, dass der Zusatz "Seich-" besonders der Unterscheidung zwischen der gewöhnlichen ("seichenden") Ameise und der größeren Waldameise dient(e).  Damit mag die Variation im Gebiet der Gemeinden Amel und St. Vith zusammenhängen, abgesehen von standarddeutschem Einfluss, der sicher dazukommt; weiter nördlich und südlich ist die Kombination mit "Seich-" dagegen fest.

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