Auf den Spuren unserer Kultur und Geschichte

  • Kirchen, Burgen, Gräber, Wälle und Friedhöfe.

  • Bäume, Weiher, Plätze, Gärten und Täler.

  • Dialekte, Gemälde, Fotos, Karten, Schriftstücke und Bücher.

Sie alle und noch vieles mehr machen das kulturelle Erbe unserer ostbelgischen Heimat aus. Damit Sie diese Schätze entdecken können, schnürt das Ministerium immer wieder Themenpakete und -routen. Suchen Sie sich einfach ein Thema aus und begeben Sie sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit.

Wasser und Mühlenteiche in der Unterstadt

Schleuse im Langesthal
Schleuse im Langesthal
Wehr am Bellmerin
Mühlenteich am Bellmerin
Schouffeneere Wehr
Schleuse an der Hill
Bootsfahrt auf dem Picards Weiher
Picards Weiher in der Oe
Ferraris Karte von 1777
Tranchot v. Müffling Karte von 1803-1820
Gewässerkarte Eupen
Schleuse im Seltersschlag
Wehr am Seltersschlag
überdeckter Mühlenteich
Schleuse auf der Hütte
Schleuse im Langesthal
Schleuse im Langesthal
Wehr im Langesthal
Wehr an der Frankendelle
Mühlenteich (trockengelegt)
Schleuse im Seltersschlag
Schleuse im Seltersschlag
Schleuse im Seltersschlag
Schleuse im Seltersschlag
 
Typologie
Jahr von Mittelalter
Jahr bis heute
Kurzbeschreibung Die Mühlenteiche sind vom Menschen geschaffene kulturlandschaftlich prägende Elemente und besitzen aufgrund ihrer historischen Bedeutung für die Entwicklung der Unterstadt einen Denkmalwert. Schon ab dem 14. Jahrhundert sind Mühlen an den wasserreichen Flüssen Weser und Hill im Eupener Stadtgebiet belegt. Vor Bändigung des Wassers konnte keine Mühle direkt an den Fluss angebracht werden, daher wurden Mühlenteiche angelegt, die mit Wehren, Gräben, Deichen und Schleusen die Wasserführung kontrollierten und regulierten. Die an ihnen aufgereihten Mühlen bilden die Grundlage für die gewerbliche und wirtschaftliche Entwicklung. Sie stellten den Siedlungsschwerpunkt dar und bildeten häufig den Ausgangspunkt für spätere industrielle Entwicklungen. Die historischen Mühlenteiche sollen als kanalartige, künstliche Gewässer mit allen dazugehörenden wasserbautechnischen Einrichtungen erhalten werden. Das Mühlenteichsystem mit allen Bestandteilen ist aus regional- und ortsgeschichtlichen sowie aus städtebaulichen Gründen erhaltenswert.
Beschreibung Die beiden Vennbäche Weser und Hill, die mitten in der Eupener Unterstadt zusammenfließen, werden in ihrem gesamten Verlauf innerhalb des Eupener Stadtgebietes jeweils von parallel in nächster Nähe verlaufenden Mühlteichen flankiert. Dabei fällt das vorherrschende Kettensystem auf, bei dem jeweils an einem Stauwehr sowohl eine Zuleitung als auch eine Ableitung eines weiteren Mühlenteiches erfolgt. Mit diesem System ist auch in Trockenperioden die Wasserversorgung für die dort liegenden Mühlen gesichert gewesen. Im Hilltal beginnt die Ableitung der Mühlenteiche an den alten Industriestandorten am südlichen Ortstand. Am Stauwehr 'Aut Kammes' wird ein Mühlteich westlich abgeleitet. Er durchfließt die historischen Mühlenstandorte Rentgensmühle und die "Schleifmühle de Schliep', spätere Industriestandorte. Beim Wehr an der Federsmühle befindet sich der Rückfluss in die Hill. Dort ist wiederum der nächste Teichabzweig rechts des Flusses, der die ehemalige Spinnerei Jeuckens durchfließt, deren Standort vermutlich auf eine historische Eisenhütte zurückgeht. Am Seltersschlagwehr befindet sich der Rückfluss in die Hill, dort wiederum liegt ein neuer Abzweig westlich in den Selterschlagteich. Dieser Teich, der teilweise überdeckt ist, erreicht nachdem er einige historische Mühlenstandorte passiert hat, hinter den früheren Kammgarnwerken am 'Schouffeneere Wehr' die vereinigten Flüsse Weser und Hill. Am Flusslauf der Weser gibt es schon im oberen Langesthal Stauungen und Teiche, die der Tuchfabrikation dienten. Zwischen Stausee und Ortsrand werden schon Mühlenteiche zu den historischen Mühlenstandorten geführt. Im oberen Langesthal wird am Stauwehr ein Teich rechts der Weser abgeleitet, durchfließt das ehemalige Nikolayische Gelände, ehemals Industriestandort und durchquert anschließend das Gebiet 'Auf dem Krapel', das Gelände der früheren Tuchfabrik Peters. Am Stauwehr an der Kehrmühle erfolgt der Rückfluss in die Weser. Dort zweigt wiederum ein nächster Mühlenteich ab, der die ehemalige Potzenmühle, spätere Holzschuh-Fabrik 'Et Klompes' in der Haagenstraße bis heute durchfließt. Am Schorbergstauwehr erfolgt die Rückleitung in die Weser. Dort zweigte, wie bis heute nachvollziehbar, der Lügenteich ab. Dieser speiste den 'Creutzenhammer', der einer früheren Eisenhütte diente. Der 'Creutzenhammer' befand sich im Bereich der heutigen Umgehungsstraße Frankendelle. Der Lügenteich ist trockengefallen, aber es ist noch die Schleuse und am Verlauf teilweise die alte Mauer vorhanden. Der Lügenteich durchlief den Bereich der Haas und wurde anschließend wieder in die Weser, nach dem Zufluss der Hill, zurückgeleitet. Ab dem 'Schouffeneere Stauwehr', bei dem auch der Seltersschlagteich in die Weser zurückfließt, wird der Oeteich abgeleitet. Der Oeteich verläuft anfangs offen zwischen Straße und heutigen Kabelwerken. Im weiteren Verlauf ist der Teich, der u.a. früher die Färberei Rehrmann durchfloss, zwischen Weser und Straße mit Betonwänden eingefasst, aber heute trocken gefallen. Am Campingplatz, kurz vor der Gemeindegrenze liegt wiederum ein breiter, wasserführender Mühlenteich östlich der Weser. Die Teiche werden häufig nur durch Böschungen eingefasst, aber an vielen Stellen sind auch Steinmauern und Betonwände vorhanden. Schleusen sind ebenfalls häufig anzutreffen. Die Verläufe der Teiche stimmen im wesentlichen Abschnitten mit den Kartierungen der historischen Karten von 1777 und von 1803/1820 überein. Die heutigen Mühlenteiche sind genau nachvollziehbar auf der Karte von 1930 eingetragen. (Quelle: KUSSINGER-STANKOVIC, Heike (2014): Erfassung des Denkmalbestandes der Eupener Unterstadt.)
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