Marktkreuz

Vorderansicht
Vorderansicht
Vorderansicht
Sockelaufbau
Sockelaufbau
Aufsatz
Kreuzigungsgruppe
Restaurierungsbericht - Dipl. Restaurator Andreas Hartmann
 
Typologie Bildstock
Stile Barock
Jahrhundert 18. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 27.08.1984
Jahr 1722
Kurzbeschreibung Das barocke Rotsandsteinkreuz zeigt Christus am Kreuz mit Maria und Johannes an seiner Seite, sowie eine Pièta, den Hl. Urban und verschiedene Blumen- und Pflanzenmotive.
Beschreibung

Das Kreuz aus Rotsandstein ist 3,6 m hoch und besteht aus verschiedenen Elementen: Ein quadratischer, behauener Sockel, darüber eine Volute, die auf der Vorderseite mit einem geflügelten Puttenkopf im Relief verziert ist. Seitlich davon je eine Blumenvase mit drei Blumen im Relief. Schaft mit gewölbtem Unterteil mit eingravierten stilisierten Pflanzenmotiven. Auf der Vorderseite im Relief die Darstellung des heiligen Urbanus (Inschrift: S.VRBANVS), dessen Kopf und Attribute abgeschlagen sind, und an den Seiten schwere Fruchtgehänge mit Trauben. Darauf ein Aufsatz, nach oben hin ausladend, in den auf der Vorderseite die Jahreszahl 1722 eingraviert und im Relief die Darstellung einer Pietà angebracht ist (Kopf der Madonna beschädigt). Bekrönt wird der Bildstock von einer Kreuzigungsgruppe: Jesus am Kreuz (mit Totenschädel und gekreuzten Knochen auf dem unteren Kreuzbalken), Statue der Maria links, Statue des Johannes rechts. Die gesamte Rückseite des Kreuzstocks ist flach und unverziert. Das Kreuz entspricht dem ländlichen Barock. Die Verarbeitung und die künstlerische Darstellung der Figuren ist relativ derb. Das Marktkreuz wurde wahrscheinlich im Kylltal angefertigt, wo es zahlreiche Rotsandsteingruben gab. Es könnte sich um eine Arbeit handeln, die für das Moselgebiet gefertigt wurde (oder sogar zuerst dort gestanden hat), weil Trauben dargestellt sind und der Hl. Urbanus von Winzern gegen Nachtfröste angebetet wird. Vergleiche mit fast identischen Bildstöcken im Moselgebiet lassen auf eine Serienfertigung schließen.

 

Das Marktkreuz wurde in der Vergangenheit mehrmals versetzt. Früher hat es wohl an der Straße nach St.Vith gestanden und wurde 1931 an der Stelle auf dem alten Friedhof aufgestellt. Nach der Restaurierung im Jahre 2016 wurde es an einer sichtbareren Stelle, rechts neben dem Kircheneingang, aufgestellt. Gestützt wurde das Kreuz jahrelang von einem Eisenstab der im Boden verankert war, der die Standsicherheit des Objektes gewährleisten sollte. 2016 wurde das Marktkreuz fachgerecht restauriert. Die Standsicherheit des Marktkreuzes war zu diesem Zeitpunkt gefährdet, da die einzelnen Elemente teilweise nur aufeinandergestapelt waren und der Stein tiefe Risse und Fehlstellen durch Rostsprengungen aufwies. Ältere rote Anstriche lösten sich wie Schollen vom Stein, die Figuren waren an mehreren Stellen grob überarbeitet und zahlreiche ältere Ergänzungen aus ungeeignetem Material wie Zementmörtel oder Fliesenkleber störten das Gesamtbild und somit die Lesbarkeit des Objektes.

 

Kirchweg
Amel
4770
Belgien