Haus Kaperberg 2-4

Vorderfassade
Treppe
Decke mit Stuckverzierungen
Kamin
Innenhof
Rückfassade
 
Typologie Bürgerhaus
Stile Barock
Jahrhundert 18. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 03.08.1956
Jahr 1728
Kurzbeschreibung Das wahrscheinlich nach Plänen des bekannten Aachener Barockbaumeister Laurenz Mefferdatis (1677-1744) erbaute Haus der Tuchfabrikantenfamilie Rehrmannn und Fey entstand in den Jahren 1724 bis 1728. Die beiden vorderen Treppenhäuser mit ihren reichen Holzschnitzereien, Stuckaturen und Delfter Wandkacheln sind in ihrer ganzen Pracht erhalten geblieben. Heute beherbergt das Haus das Staatsarchiv sowie die Verwaltung der Pater-Damian-Sekundarschule. Der Leseraum des Staatsarchivs weist noch Reste der beeindruckenden Inneneinrichtung aus dem 18. Jahrhundert auf.
Beschreibung 1768 wird das Gebäude zweigeteilt. Die beiden Häuser erleben dann verschiedene Entwicklungen und werden innen prachtvoll doch verschieden ausgestattet. Das Ganze im 19. Jahrhundert verändert. Ziegel und Blaustein über Sockel in großen regelmäßigen Quadern zwischen Eckquadern in Zahnschnittfolge, schöne Strassen- Fassade mit drei Geschossen in abnehmender Höhe und zehn Achsen. Vier leicht vorspringenden Mittelachsen mit zwei großen ähnlichen, wahrscheinlich im 19. Jahrhundert erneuerten Hofeinfahrten, mit darüber stark relieffierter Traufleiste. Rundbogen über monolithischen profilierten Gewänden mit Prellsteinen und vorspringenden Kämpfern, Keilsteine mit linearen Motiven. Beidseitig und in der ersten Etage, schöne Fenster mit sauber ausgeschnittenen Kreuzsprossen mit Stürzen als Auflager und neu gehauenen Gewänden in Zahnschnittfolge. Sohlbänke als durchgehende Bänder verlängert. Unter einer profilierten Leiste gekuppelte Rechteckfenster in der zweiten Etage mit Sohlbänken ebenfalls als Band. Beidseitig abgewalmtes Ziegelsatteldach mit Aufschieblingen mit einfachen Fenstergiebeln in der Fassade, Fenstergiebel mit Zinne seitlich und von zwei Kaminen mit Eckquadern in Zahnschnittfolge überragt. Teilweise durch einen späteren Bau verdeckter, rechter früh zementierter Giebel mit einem einzigen Fenster im letzten Geschoss, heute Ziegelmauerwerk. Linker Giebel in Sandbruchstein, in seiner rechten Seite blind und vertikal von einem Band in Zahnschnittfolge, das einen leichten Winkel bildet, durchlaufen. Eine Reihe rechteckiger Öffnungen mit zwei Quadern und geraden Sturz mit trapezförmigem Keilstein links. Rüstbalkenlöcher. Zugang zum gepflasterten Hof durch überdeckte Eingänge, links mit Kellereingang. Hofseitenfassade von sechs Achsen. Hinter kugelförmigen Prellsteinen rundbogige Eingänge mit Wölbsteinen, einer auf zwei überstehend und mit großen trapezförmigen Keilsteinen mit darüber Traufleiste mit dem Wappen Rehrmann. Durch die Zweiteilung des Hauses bedingt, auseinander gehende Veränderungen in den drei linken und rechten Achsen. Links in der ersten Etage leicht heruntergelassene Sohlbänke und weggenommene Mittelpfosten in den Fenstern des letzten Geschosses. Abgewalmte Fenstergiebel über die zwei Etagen verteilt. Kleine achteckige schieferverkleidete Laterne über der Kreuzung dieses Flügels mit dem Nordwestflügel. Nordwestflügel zweiteilig. Links Hauptteil mit sechs Achsen und drei Geschossen in abnehmender Höhe. In den ersten beiden Geschossen Rechteckfenster, von denen einige noch mit Kreuzsprossen. Gekuppelte Rechteckfenster im dritten Geschoss. An der Fassade angelehnter, schöner von 1728 datierter Blausteinwassersarg mit Wappen Rehmann. In Verlängerung der Fassade und etwas zurückstehend, zwei ähnliche Achsen mit jeweils im Parterre Tür mit Blausteingewänden und geradem Sturz mit hohem Oberlicht, die linke 1736 datiert. Quersprossenfenster in der ersten Etage und Rechtecköffnung mit Gewänden mit vier Quadern in Zahnschnittfolge in den letzten. Rückfassade, Sandbruchstein mit neuen Öffnungen. Südwestflügel ebenfalls zweiteilig. Rechtes fünf Achsen und zwei Geschosse mit ursprünglich Kreuzsprossenfenster in den ersten beiden Geschossen, gekuppelt in der letzten Etage. Links zwei zurückstehende Achsen mit veränderten, im Parterre durch einen Anbau verdeckten Öffnungen. Am Ende des Hofes Nordostflügel mit zwei parallelen rundbogigen Durchgängen mit abwechselnd überstehenden Schlusssteinen, davor kugelförmige Prellsteine. Trapezförmige, 1726 datierte Keilsteine. Früher Quersprossenfenster von jeder Seite und in jeder Etage, und Rechteckfenster mit Gewänden in Zahnschnittfolge unter Ziegeldach. Ähnliche Öffnungen hinten. An dieser Seite unregelmäßiger Bruchsteinsockel, Keilstein der linken Hofeinfahrt mit Wappen unter den Initialen MR (Martin Rehrmann). Im Parterre unterschiedlich breite Fensteröffnung. Am rechten äußeren Ende des Flügels datierte Tür mit Oberlicht. (Quelle: Denkmälerverzeichnis). Im Eupener Stadtmuseum befinden sich Pläne, weder signiert noch datiert, die entgegen der allgemeinen Auffassung aber nicht die Entwurfspläne von Mefferdatis, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit Umbaupläne von Schlaun sind. Der Ursprungsbau wurde sehr wahrscheinlich von Mefferdatis erbaut (Beweise dazu fehlen jedoch) und nachdem der Bau vom Bauherrn Rehrmann in eine zerstrittene Erbgemeinschaft überging, wurden durch Schlaun bauliche Veränderungen vorgenommen.
Kaperberg 2-4
Eupen
4700
Belgien