Burg Eyneburg

Palas
Innenhof der Burg
Anbau mit Treppenturm
Remisen und Gesindewohnungen
Bergfried
Kapelle
Kapelle
Sakristei
Nebenhaus mit Toreinfahrt
Wohnhaus Pächter
Wehrmauer mit Galerie
Vorhof mit Wächterhaus
Torburg
Alte Ansicht
 
Typologie Burg
Historischer Zeitabschnitt Mittelalter
Jahrhundert 13. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 18.07.1966
Kurzbeschreibung Über dem Tal der Göhl erhebt sich die mittelalterliche Burganlage. Sie ist eine der wenigen Burgen des Herzogtums Limburg, die auf einer Anhöhe liegt. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und nach und nach vergrößert. Das Spiel der Dächer verschiedener Formen, die Anordnung und die Asymmetrie der zahlreichen, verschiedenen Gebäude mehrerer Epochen mit manchmal seltsamen Ausmaßen geben dem Ganzen eine ebenso elegante wie überraschende Silhouette. Die Benennung Emmaburg soll im 19. Jahrhundert von einer Legende hergekommen sein, die besagt, dass Emma, Tochter Karls des Großen, sich hier mit ihrem heimlichen Geliebten Einhard getroffen haben soll. Einhard war ein Freund und Biograph ihres Vaters, der auf dem Hof residierte.

Die Bezeichnung Eyneburg rührt jedoch von dem Geschlecht her, welches das Gut seit dem 13. Jahrhundert besaß.
Beschreibung Am Ende des 14. Jahrhunderts erbt Kunigunde von Eyneburg die Burg und die Herrschaft und verbindet sich mit Daen van den Bongaerd. Ihre Tochter Bela bringt den Besitz in die Familie ihres Mannes, Arnold von Tzevel, der ihn 1430 übernimmt. Der Besitz geht dann durch Heirat ihrer Tochter, an Johann von Dobbelstein von Donraedt und bleibt während drei Jahrhunderten im Besitz dieses Geschlechts. 1786 wird die Burg an Rainer Joseph Turbet verkauft; dann geht sie nacheinander an die Familien Nagelmackers, von Thiriart, von Rousseliere-Clouard und Nellessen, im 19. Jahrhundert Von den wichtigsten Vergrößerungs- und Veränderungsarbeiten, die der Burg ihr heutiges Aussehen verliehen, erwähnen wir die, die auf den Brand von 1640 folgten, durch Johann-Karl von Dobbelstein, Ehemann von Hellwige von Horion unternommen und die des Theodor Nellessen, 1897 begonnen und durch den Architekten L. Arntz ausgeführt. In der Nordostecke der Anlage wird der älteste Teil durch den hohen, ganz in Blaubruchstein erbauten Palas eingenommen, der sich von der Kapelle im Osten bis zu einem hohen runden Turm im Norden erstreckt. Imposante Ausmaße für den im 15. Jahrhundert erbauten und teilweise zum Hof hin verdeckten Palas, dem Kern des Ganzen, mit drei Geschossen Kreuzsprossenöffnungen des 17. Jahrhunderts über abgestuftem Sockel nach außen hin. Einziges Überbleibsel der ursprünglichen Öffnungen, eine kleine Öffnung des 15. Jahrhunderts mit Sturz als Mitra. Das letzte Geschoß wurde nach dem Brand von 1640 hinzugefügt. Zwischen diesem Bau und der Kapelle, niedriger Bau mit rundbogiger Türe sowie mit einer Achse Quersprossenfenster. Vergrößerung links durch neuere, auf die Ecke des Palas übergehende Loggia in Fachwerk. An der anderen Seite, nach Norden hin, größtenteils den zentralen Kern verdeckender Bau mit Tribüne, mit verschwisterten Arkaden, durch einen quadratischen Eckpavillon flankiert, der durch einen breiten rundbogigen, veränderten Eingang besetzt ist. Pavillon mit einer Achse ungleicher Öffnungen, wovon zwei mit Kreuzsprossen im Süden. Westseite mit einer einzigen, niedrigen, rundbogigen Tür. Ein etwas niedriger und schmaler Anbau gegen den Giebel des Palas, mit rundbogigen Öffnungen im Parterre und mit gekuppelten- und Quersprossenfenstern. Oberer Teil, neues Fachwerk. Vor der Fassade, Emmabrunnen des 19. Jahrhunderts. Im Norden, den Flügeln vorstehender schwerer Rundturm des 13. Jahrhunderts unter hohem, spitzem und kegelförmigem Dach mit starken Aufschieblingen, dessen untere Geschosse durch mehrere weitgehend veränderte Anbauten mit halbsechseckigem Treppentürmchen zur Südseite hin verdeckt sind. Der Fachwerkvorbau der obersten Etage des Turmes ist neu. Auf 1919 datiertes Tannengebälk. Von 1902 datierte, einschiffige Kapelle nach Plänen des Architekten Richter, neugotisch, in der Fassade eine breite Öffnung als Spitzbogen mit Drillingsfenster. Links, überstehende Tribüne unter Pultdächern, über die Fassade des Nebengebäudes. Kleine Tür unter halb eingelassenem Türmchen rechts. Oktogonales Glockentürmchen und Blausteinturmhelm über dem Chor. Bedienstetenwohnungen mit nur einer Etage mit weitgehend durch wilden Wein verdeckten Fassaden im Nordwesten des Hofes. Verschiedenartige Öffnungen mit Quersprossen, gekuppelt und rechteckig, und breite rundbogige Eingänge im Parterre. Hoher Portalbau mit Taubenschlag des 17. Jahrhunderts im Westen, mit neuer Fachwerketage zum Hof hin. Von 1648 datierte Außenfassade über dem Portal im rechteckigen Raum des Taubenschlages. Über einer Öffnung im Durchgang wiedereingefügter Blaustein mit Wappen Rolshausen und Wischel, "Anno 1567" datiert, von den Ruinen in Bütgenbach herstammend, von denen Christophe Rolshausen ebenfalls Eigentümer war. Heute den Hof der Burg und des Bauernhofes quer trennende, wenig elegante neue Mauer mit rundbogigen, vergitterten Bögen, von der Kapelle zum Portal mit Taubenschlag. Wirtschaftsgebäude größtenteils mit Gebäuden des 15. Jahrhunderts im Süden, worin hier und da nach außen Schießscharten. Schöne Bauten mit hohen Satteldächern mit Schiefer oder Cherbains, eines von ihnen mit Treppengiebel. Rundbogige Öffnungen und andere Öffnungen zum Hof hin erneuert. Eine von 1640 datierte Wagendurchfahrt und eine andere, von 1722 datierte Öffnung, darüber ein Wappenstein Dobbelstein-Westerholt. Eingang zum unteren Hof durch erneuertes, rundbogiges Portal, darüber eine zum Teil durch einen Wappenstein Nellessen geschlossene Öffnung. 1898 erneuerter Wohnteil, neben neuem, durch eine Fachwerkgalerie bekröntem Eingangsblock. Früher barg das Schloß eine sehr schöne Sammlung alter Möbel, Gemälde, Skulpturen, Goldschmiedearbeiten und Porzellan sowie Takenplatten. Die Dekoration der Räume wurde 1900 erneuert. Hervorzuheben die besondere Sorgfalt bei der Erarbeitung dekorativer Elemente dieser Zeit in Schmiedeeisen: Treppengeländer, Fußschaber in Tierform, usw. (Quelle: Denkmälerverzeichnis)
Emmaburgerweg 24+26
Hergenrath/Kelmis
4728
Belgien