Burg Stockem

Vorderfassade, Torburg
Rückfassade, Torburg
Anbau Bergfried
Torburg nach Westen
Tor
Wirtschaftsgebäude
Wirtschaftsgebäude, Ostfassade
Wirtschaftsgebäude
Tor
 Kreuzgratgewölbe, Bergfried
Weiher
 
Typologie befestigtes Wohnhaus
Jahrhundert 16. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 16.01.1986
Datum Zusatz Die Torburg ist als Denkmal und die Gesamtheit der Gebäulichkeiten und Umgebung als Landschaft geschützt.
2. Datum der Unterschutzstellung 27.10.1995
Jahr 1502
Kurzbeschreibung Die Burg Stockem wurde erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt und gehörte der Familie Stockem. Seit dem 14. Jahrhundert erfolgten zahlreiche Umbauten und Renovierungen. Die heutige Anlage stammt im Wesentlichen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. 2010 wurde die Torburg vollständig renoviert.
2. Datum Zusatz Der Bergfried ist als Denkmal geschützt.
Beschreibung Teilweise arg verändertes großes Ensemble eines befestigten Bauernhofes, leider ohne seinen ursprünglichen Rahmen. Eingangsportal des 18. Jahrhunderts zwischen runden Türmen zu einem großen Hof hin. Im Süden überragt den Hof ein etwas zurückliegender, ehemaliger Bergfried, früher mit Wassergraben. Zum ersten Mal im 14. Jahrhundert erwähnt, gehört die Burg der Familie Stockem, die bereits im 12. Jahrhundert bekannt ist. Im Jahre 1335 besitzt sie Francon von Stockem, der sie 1370 an Johann Haen van Berchem verkauft, von wo sie dann im Jahre 1381 an Johann van Eys genannt Rosmolen übergeht, dann an die Familie von Gulpen. Die Eigentümer des 15. Jahrhunderts bleiben unbekannt. Man findet den Besitz im 16. Jahrhundert nacheinander in Händen des Joest Beysel, der 1502 den Bergfried neu aufrichten läßt, des Johann von Ruyschenberg und der Familie von Groesbeek. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ist die Burg geteilt zwischen Adolph von Mirvelt. Ehegatte der Sophie von Groesbeek, und Friedrich von Gulpen. Die Hälfte, die Adolph von Mirvelt gehört, geht an dessen Sohn und dann an die Witwe des Winandz von Catz. In der Zeit befindet der Bergfried sich in traurigern Zustand. Eigentum dieser Familie bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Dann befindet sich der Besitz in Händen des Vincent Phil. Ant. van der Heyden, dann des Peter Vercken von Vreuschemen. Die andere Hälfte bleibt in Händen der Familie von Gulpen und ihrer Nachkommen. 1774 wird sie von Peter Vercken von Vreuschemen gekauft, dem bereits die erste Hälfte gehört. Er ist es, der 1778 die Vorburg mit den beiden Rundtürmen erbauen läßt sowie den Wohnteil, der diese mit dem Bergfried verbindet. Auch läßt er dessen Höhe verringern. Das Ganze geht dann an seine Kinder über und dann, im Jahre 1819, an Marie-Catherine Mostert, Witwe von Jakob-Michel von Grand Ry. Im Besitz dieser Familie bis 1937. 1778 in Ziegeln und Blaustein erbauter Westflügel mit dem Eingangsportal. In seiner Mitte ein eleganter Bau mit kleinem Dreieckgiebel. Fassade über Sockel aus einer Reihe regelmäßiger Blausteinquader und durch zwei flache Bänder begrenzt. In der leicht vorspringenden und durch Eckquader in gerader Folge begrenzten Mittelachse eingegrabenes, rundbogiges Portal mit großem profiliertem Keilstein. Zwei Prellsteine. Beiderseits Ochsenauge aus Ziegeln. Etage mit drei stichbogigen Öffnungen mit profiliertem trapezförmigem Keilstein. Profiliertes Band unter dem ebenfalls stark profilierten Blausteingesims. Cherbains-Mansarddach damals, heute Eternit. Unglücklich gewähltes Mauerwerk aus großen hellen Betonblocks innen im Portal. Rückfassade bescheidener und früher mit drei rundbogigen Ziegelbögen und trapezförmigem Blausteinkeilstein. Stichbogige Öffnungen mit Keilstein in der Etage. Beidseitig der Durchfahrt kleine niedrigere Anbauten, blind in der Fassade, als Rücksprung auf der Hofseite. Öffnungen mit geradem Sturz und Gewände mit Quadern in Zahnschnittfolge. Satteldach mit Cherbains. An den äußeren Enden des Flügels runde Ziegeltürme über kleinem Bruchsteinsockel. Seltene schöne Ziegelöffnungen und Rüstbalkenlöcher. Achtseitige Cherbainsdächer mit Aufschiebling über Klötzen, von Ähren bekrönt. Kleine flachbogige Tür, deren obere Sturzenden als Auskragung ausgeführt sind und mit trapezförmigem Keilstein rechts des Nordturmes. Die den Hof im Norden, Süden und Osten schließenden Gebäude wurden völlig verändert. Den Hof überragender und teilweise durch den südlichen Flügel verdeckter, massiver und im Grundriß quadratischer Bergfried aus dem Jahre 1502. Akzeptabel im Laufe der Jahrhunderte verändert und heute verlassen, ist er im Osten von einem kleinen Anbau flankiert, durch den man die ursprüngliche Tür des Bergfriedes mit schönem Sturz aus Akkolade erreicht. Vor dem rechteckigen Eingang des Anbaus Blaustein mit der Inschrift: ‘R.N.V. / ANNO / MDCCCV‘ in der Vortreppe. Heute mit drei Geschossen und zwei breiten Achsen, durch Blausteineckquader begrenzte Ostfassade, unten Sandbruchstein, oben Blaustein. Zwei Öffnungen des 17. Jahrhunderts mit Kreuzsprossen in der ersten Etage und Öffnungen mit Ziegeln in den oberen Etagen. Südseite Blaubruchstein, davor drei abgeschrägte Geschosse. Stichbogige Öffnungen des 18. Jahrhunderts mit Keilstein über Pfosten mit zentralem Steinschwanz. Große Ankereisen in S-Form, Rüstbalkenlöcher. Teilweise die Westseite verdeckender Anbau. Im Innern des Bergfriedes schönes Erdgeschoß mit Kreuzrippengewölbe und Mauern von ungefähr 1 Meter 80 Dicke. (Quelle: Denkmälerverzeichnis)
Stockem 50
Eupen
4700
Belgien