Schloss Thor

Herrenhaus, Vorderfassade
Alte Ansicht, Torbau
Alte Ansicht, Herrenhaus
Keilstein mit Wappen, Torbau
Eingangstür, Herrenhaus
Innenhof
Torbau
 
Typologie Schloss- und Herrenhaus
Jahrhundert 18. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 16.09.1987
Datum Zusatz Geschützt als Denkmal sind der Torbogen, der Binnenhof, die Hoffassade und der Salon des Schlosses sowie die Umgebung als Landschaft.
Kurzbeschreibung Schloss Thor ist eine interessante Schlossanlage am Zusammenfluss eines kleinen, diesen Weiler durchfließenden Baches, dem Grotbach, und dem Gerinne der alten, 1947 verschwundenen Mühle.
Das Ganze hat als Ursprung die Brauerei des Lehens, die im 14. Jahrhundert dem Geschlecht derer von Astenet gehörte. Im Jahre 1652 wird die Anlage vergrößert. 1947 werden verschiedene Anpassungen an dem Gebäude durchgeführt, das anschließend als Restaurant umgenutzt wird.
Schloss Thor ist eine halb geschlossene Anlage mit Gebäuden um einen schön gepflasterten Hof. Am Eingang im Nordosten steht ein kleines Gebäude in regelmäßigem Bruchstein. In der Mitte der rundbogigen Hofeinfahrt im Mauerverband befindet sich ein auf 1733 datierter Keilstein unter dem Wappen der Familie Heyendal. Darüber findet sich eine barocke, sehr fein gearbeitete Muschelnische mit einer Statuette der Muttergottes mit Kind. Beidseitig des Eingangs befinden sich zwei große gekuppelte Rechteckfenster mit Gitterstäben. Das ursprüngliche Schloss von Astenet, das man nicht mit dem ehemaligen Schloss Thor verwechseln darf, stand inmitten des Weihers, der heute den Garten von Thor ziert. Der Turm zerfiel Ausgang des 16. Jahrhunderts.
Beschreibung Hermarnn von Astenet, der letzte Nachkomme, überlässt den Besitz seinem Schwager Scheiffart van der Heyden. Er bleibt in dieser Familie bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, danach geht er an Johann Molener, genannt Hans von Astenet dann nacheinander durch Vererbung an die Pelzer und die Reul. Hubert Reul, Eigentümer im Jahre 1652, vergrößert die Anlage sehr, die sein Schwiegersohn an Johann Heyendal verkauft. Dieser baut im Jahre 1700 anstelle der Brauerei eine neue Anlage, die man “Castel“ nannte. Seine Söhne, Johann Stephan und Heinrich, erhielten 1732 die Erlaubnis, die Messe in der Schloßkapelle, die bei dieser Gelegenheit erbaut wurde, abzuhalten und ließen 1738 den Gartenflügel errichten. Anna Katharina Heyendal, Tochter Heinrichs, erbt den Besitz und heiratet im Jahre 1762 Walter Johann Franz Birven. 1840 heiratet ihre Enkelin Josephine Birven den Doktor Friedrich Lambertz aus Aachen, der den Turm in der Ecke zwischen Hauptgebäude und einen weiterem Flügel des Schlosses errichten läßt, das in Händen dieser Familie bleibt. Zum Hof hin Mauerwerk im Verband in einer ausgesuchten Mischung von Sand und Blaubruchstein als Würfelmuster. Rundbogige Durchfahrt mit ein auf zwei überstehenden Wölbsteinen und monolithischen Gewänden mit bearbeiteten und vorspringenden Kämpfern. Datierter Keilstein: “1732/sit nomine/Domini/Bene/dictum“. Abgewalmtes Schiefersatteldach mit Aufschieblingen, durch zwei Fenstergiebel mit Ähre in der Vorderfassade, durch zwei einzige größere hinten durchbrochen. Wetterfahne mit den Initialen D und L (Doktor Lambertz) in der Mitte des Firstes. Im Nordwesten graziöser Wohnteil in geweißtem Bruchstein und Blaustein, auf 1700 durch die Ankereisen in der Etage datiert. Zwei Geschosse und sechs, zwei zu zwei gruppierte Achsen. Über dreistufiger, rechteckiger Treppe, schone Tür mit breiter, sehr bearbeiteter Rahmung; darüber schwerer Blaustein mit Gesims und in seiner Mitte ein Ochsenauge mit großer horizontaler Achse. Am Ende des 18. Jh.s veränderte stichbogige Öffnungen mit Keilstein. Linker Giebel zinkverkleidet. Im rechten Giebel, aus Sandbruchstein, zwei ähnliche Öffnungen wie in der Fassade, darüber, im Speichergeschoß, ein kleines gekuppeltes Fenster und eine quadratische Öffnung. Im Parterre seltsame Reihung von Blausteinkragsteinen im Mauerwerk, ungleichmäßig auf dieser Höhe, wahrscheinlich Reste der mittelalterlichen Brauerei, auf denen 1700 dieser Bau errichtet wurde. Pfalzziegelsatteldach mit Aufschieblingen mit vier kleinen Fenstergiebeln mit Walm und Ähre. Innen reicher Dekor in einigen Räumen, wovon einer mit Szenen aus der Geschichte Salomons als aufgezogene Leinwände, Im Jahre 1738, zweiter Bau gegen die Rückfassade, nach Nordwesten hin. In Sand- und Blaubruchstein, mit Blausteineckquadern in Zahnschnittfolge, Gebäude in L-Form mit im Norden einer niedrigen Tür, deren Sturz von einem großen trapezförmigen Keilstein mit der Jahreszahl 1738 über Pflanzenmotiven unterbrochen ist. Rechteckfenster mit Gewänden mit zentralem Steinschwanz. Schiefer- und Ziegelmansarddach. In der Ecke dieses zweiten Baues, Erhöhung eines Turmes mit Zinnen im 19. Jahrhunderts., heute zinkverkleidet und von rundbogigen Zwillingsfenstern durchbrochen. Im Jahre 1954 Hinzufügung einer überdachten Terrasse gegen die Hinterfassade für die Nutzung als Hotel. Im Westen des Hofes verändertes, regelmäßiges Blaubruchsteingebäude unter Pfalzziegelmansarddach Öffnungen mit geradem Sturz verändert. Gegen die Fassade zweiflügelige Vortreppe mit sauber geschmückter Nische über einem Becken zur Aufnahme des Wassers eines Brunnens. Rückfassade früher blind. In der Ecke des Hofes und zum Rest des Südwestflügels, wozu es gehört, vorspringend kleines Wohnhaus des 17. Jh.s im Parterre in Blaubruchstein mit Tür mit geradem Sturz mit profilierter Rahmung und einer kleinen quadratische Öffnung, die wahrscheinlich eine größere Öffnung ersetzt. Etage, Lehmbauwand und Fachwerk mit zwei neuen Öffnungen. Spuren der alten Öffnungen vermauert. Vom Garten aus sichtbarer, rechter Giebel aus Sandbruchstein, früher weitgehend durch Kreuzsprossenfenster erhellt, wovon man noch drei Entlastungsbogen über kleinen Bogen im Parterre und einen in der Etage erkennt. Heutige Öffnungen verschiedenartig. Für den restlichen Tell des Flügels Sandbruchstein, durch Ställe mit Heuboden mit stichbogigen Öffnungen mit Keilstein der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt. Spuren einer vermauerten Wagendurchfahrt links noch vorhanden. Hinterfassade ganz verändert. Ziegelsatteldach über allem. Nach Südosten langgestreckter Flügel vom Anfang des 18. Jahrhunderts, nach außen hin eine hervorragende Fassade in Ziegeln und Fachwerk über hohem Sockel aus Sandbruchstein. Naht in der Mitte des Gebäudes. Im Parterre stichbogige Öffnungen mit Keilstein der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und große quadratische Heuluke mit Holzrahmung in der Etage. Scheune rechts. Ziegelstrebepfeiler und Hinzufügung verschiedenartiger Fenster. Zum Hof in Sand- und Blaubruchsteinfassade mit Öffnungen mit geradem Sturz unter Entlastungsbogen. Links Rundbogen der Wageneinfahrt der Scheune aus Bruchsteinchen, vermauert, mit von 1706 datiertem Blausteinschlußstein. Ziegelsatteldach. In einer Einfriedungsmauer ausgehauen, im Garten, Tür mit Pfosten mit zentralem Steinschwanz mit stummem Wappenschild. Pavillon des zweiten Viertels des 18. Jahrhunderts aus weißen Ziegeln und Blaustein, weitgehend überarbeitet. (Quelle: Denkmälerverzeichnis)
Nierstraße 5
Astenet/Lontzen
4711
Belgien