Gartenhaus, Werthplatz 36-38

Vorderfassade
Seitenfassade
Treppe
Fenster
 
Typologie
Historischer Zeitabschnitt Neuzeit
Stile Klassizismus
Jahrhundert 18. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 24.11.2011
Kurzbeschreibung Die Architektur des Gartenhauses ist klassizistisch und mit Elementen des Barocks leicht historisch geprägt. Es ist ein kleines Lusthaus, wie es wohl die wohlhabenden Bürger mit einer Gartenanlage in unmittelbarere Nähe ihrer Häuser errichten ließen. Solche Gartenhäuser wurden als Refugium, Teehaus, Rauchzimmer oder für Geheimbesprechungen genutzt. Gartenhäuser sind selten von existentieller Wichtigkeit wie das Wohnhaus. Sie sind eher eine Erweiterung der Wohn- und Lebensmöglichkeiten. Die überlieferten Zeugnisse entstammen fast ausschließlich der Kultur der herrschenden Schichten wie Adel und Bürgertum, die genügend Mittel besaßen, um sich ausgestattete Gärten zu leisten.
Beschreibung Im Eupener Raum ist das Gartenhaus mit der historischen Inneneinrichtung (Kamin und Schrank) sowie der Freitreppe eines der wenigen erhaltenen Beispiele aus der Zeit um 1800. Die originale Bausubstanz ist zum größten Teil noch vorhanden. Das Gartenhaus zeigt einen rechteckigen Grundriss über einem Keller. Zum Eingang führt eine Freitreppe mit leicht geschwungenen Wangen. Die Außenmauern umfassen einen fast quadratischen Raum, der durch vier Fenster (jeweils zwei Fenster auf der nördlichen und südlichen Seite) beleuchtet wird. Ehemals diente auch das Oberlicht über der Tür, welches jetzt zugesetzt ist, als zusätzliche Belichtung. Den Abschluss über dem Einraumhaus bildet ein Satteldach mit First in West-Ost Richtung, welches die Form eines dreieckigen Ziergiebels über den Eingang hat, und in sehr flache, seitliche Aufschieblinge - entsprechend dem Hauptgesims- übergeht. Das Material der seitlichen Außenwände besteht im untern Bereich überwiegend aus Bruchsteinen mit Blausteinen, die als glatte, unprofilierte Gesimse, Sohlbankgesims und Gurtgesims eingefügt sind. In Höhe der Fenster und oberhalb der Fenster befindet sich Ziegelmauerwerk, zum Teil im Klosterformat. Das Material der Eingangsseite besteht im Sockelbereich ebenfalls aus Bruch- und Blausteinen, im Geschossbereich darüber jedoch zwischen den schmuckreich profilierten Blausteinen aus Ziegeln. Die Bauweise entspricht dem historischen, regional üblichen Steinfachwerk. Die zum Garten weisende, westliche Eingangsseite ist die repräsentative Fassade. Sie ist axialsymmetrisch aufgebaut. Die Gebäudeecken sind als Quader mit Blausteinen durchgebildet. Die Tür mit geradem Sturz ist mit vielfach profilierten Blausteingewände eingefasst. Über dem leicht vorstehenden Gewände erhebt sich die Oberlichteinfassung mit Spiegelverzierung und abschließenden, vorgetäuschten Kapitellen, die gleichzeitig verkröpftes Gesims sind. Ein kleiner Dreiecksgiebel ebenfalls mit profilierten Gewände und einem Ochsenauge bekrönt den leichten Eingangsrisalit. Die profilierten Blausteine des Giebels werden um die Gebäudekante herum im Traufgesims weitergeführt. Beiderseits der Tür in mittlerer Höhe befinden sich zur weiteren Ausschmückung der Fassade zwei Ovale bildende Blausteineinfassungen, die mit roten Ziegeln ausgefüllt sind. Sie können als Blendfenster angesehen werden. Die sehr einfach gearbeitete Haustür ist aus Holz und scheint nicht aus der Bauzeit zu stammen. Auf der Innenseite der Tür wurde allerdings ein ehemals aus der Barockzeit stammendes Scharnier verwendet. Die Nord- und Südseite sind jeweils mit zwei kleinen rechteckigen Fenstern versehen, die mit Blausteinen eingefasst sind. Noch vorhandene Kloben und der Falz in den Gewänden weisen auf ehemals vorhandene Verschläge hin. Im Inneren des Hauses wurden verschiedene Veränderungen aus neuzeitlichem Material vorgenommen, wie bspw. die abgehängte Holzdecke (Vertäfelung). Hinter einer Verkleidung an der rückwärtigen Wand befindet sich ein ehemaliger Kamin, der sich nach außen oberhalb des Daches als Schornstein zeigt. Auch ist der Vorratsschrank links neben dem Kamin mit vermutlich ursprünglicher Tür erhalten. Bemerkenswert ist auch, dass der Weg zum Gartenhaus in einer Achse vom Hintereingang des Wohnhauses zentral auf das Gartenhaus zugeht. Zudem ist der Eingang des Wohnhauses durch ein Okulus gebildetes Oberlicht besonders betont und auf ein Zusammenspiel der beiden Bauten hinweist. Vermutlich war in diesem Zusammenhang auch der Garten besonders gestaltet.
Werthplatz 36-38
Eupen
4700
Belgien