Haus Burg-Reuland 143

Vorderfassade
 
Typologie Haus
Jahrhundert 20. Jahrhundert
Schutzstatus geschütztes Denkmal
Datum der Unterschutzstellung 05.04.2012
Jahr 1902
Kurzbeschreibung Dieses verputzte Bruchsteinhaus wurde 1902 von dem Architekten Wilhelm Kloss erbaut. Die dekorativen Elemente der terrakotta- und weißfarbigen Vorderfassade fallen besonders ins Auge. Es sind typische Elemente des Jugendstils (Frauen- und Männermasken, Girlanden und Pflanzenmotive). Diese Kunstrichtung bricht mit den erstarrten Formen des Historismus und schöpft ihre Inspiration aus den Formen der Natur: fließende Linien, Bögen, Wellen und Arabesken. So werden florale Ornamente äußerst populär.

Im südlichen Teil der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist kein anderes Haus dieser Art bekannt.
Beschreibung

Der leichte Versatz in der Vorderfassade wird durch einen Erker auf Höhe des ersten Geschosses betont. Durch diesen Vorbau entsteht auf dem zweiten Geschoss ein Balkon. Prägend für das Erscheinungsbild sind die farblich abgesetzten Rundbogen der Fenster -teilweise mit floral gestalteten Kränzen, abstrakte Blumenmuster am Erker, die unprofilierten Gesimse, die Männermaske unterhalb des Erkers und die aufwendig gestaltete rechte Fassadenseite des oberen Geschosses. Diese Stuckarbeit zeigt ein Girlandenmuster mit Frauenmaske, es umrahmt die beiden oberen Stichbogenfenster. Der Hauseingang befindet sich in einem zurückliegenden Anbau an der rechten Haushälfte. Dieser Anbau ist ein ursprünglicher Baukörper, wurde jedoch ohne Überdachung errichtet. Der Hauseingang ist als Rundbogenöffnung mit einem Oberlicht ausgeführt. Auffällig ist hier der Keilstein mit der Inschrift WK (Wilhelm Kloss). Unterhalb des Bogendekors hängt die alte Hausglocke. Die massiv geschnitzte Holztüre hat ein dekoratives florales Muster und die steinerne Eingangstreppe ist mit einem filigranen schmiedeisernen Geländer versehen. Diese Elemente sind allesamt typisch für den Jugendstil. Das Dach ist ein Krüppelwalmdach mit einer kleinen schmucklosen Gaube, die ebenfalls von einem Krüppelwalmdach abgedeckt wird. Die Dacheindeckung wurde vor etwa 15 Jahren erneuert. Der Dachstuhl scheint jedoch noch aus der Erbauungszeit zu sein. Im Fußboden des Speichers sind für einen indirekten Lichteinfall zum Obergeschoss schmale Glaseinsätze eingelassen. Im Hauseingangsflur trennt eine hohe Rundbogentüre mit Glasoberlicht den privaten (früher Kloster) vom öffentlichen Bereich. Der Rundbogen hat Stuckdekorationen. Beide Seiten des Durchgangs werden mit Stucksäulen abgeschlossen. Die Holztüre gehört wahrscheinlich zum originalen Bestand. Die holzvergitterten Luken, die beidseitig der Türe angebracht sind, dienten wohl den Karmeliterinnen zur Kommunikation mit der Außenwelt.Die Eingangstüre zum heutigen Café (früher Kapelle) hat einen Kassettenrahmen. Der Raum ist zweigeteilt: Gebetsraum für die Gläubigen und Chorraum. Die Decken beider Räume sind stuckverziert. Rechts des Chorraumes befindet sich der ehemalige Schwesternchor, von dem die Nonnen hinter einem eisernen Gitter der Messfeier beiwohnen konnten. Das Gitter ist zwar noch erhalten, befindet sich jedoch an anderer Stelle. Die Treppe zum Obergeschoss ist aus massivem Holz und sehr schlicht. Nur die Pfosten im Erdgeschoss haben florale Schnitzmuster.

Von-Orley Straße 43
Burg-Reuland
4790
Belgien