Neu dabei: Wolfgang Bindings Bronzeskulptur „Der Fuchs“

Das waren die Neuanschaffungen 2020: Teil 3

Auch 2020 wurden durch das Ministerium einige Kunstwerke von ostbelgischen Künstlern oder Künstlern, die in Ostbelgien leben, angekauft. Eines davon ist die Bronzeskulptur „Der Fuchs“ des Künstlers Wolfgang Binding.

Der Wahlostbelgier Wolfgang Binding kam über das langjährige Experimentieren mit verschiedenen Materialien zu der für ihn typischen Technik des Wachsausschmelzverfahrens in Bronze. So entstanden in seinem Atelier bereits unzählige Tierskulpturen, darunter auch „Der Fuchs“, der sich seit 2020 im Besitz des Ministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft befindet.

Natur als Inspiration

Die Tierskulpturen von Wolfang Binding haben etwas eigentümlich Wahrhaftiges und Echtes, und dies obwohl sie keineswegs als realistische Darstellung bezeichnet werden können. Das Prädikat „naturgetreu“ kommt der Sache näher, jedoch nicht im Sinne von perfekter Reproduktion tierischer Anatomie oder vermeintlich typischen Verhaltens. Vielmehr liegt etwas im Ausdruck, in der Haltung der Figuren, das den Betrachter berührt, und das ihn verstehen lässt, dass dem eigentlichen Schaffensakt des Künstlers eine genaue Beobachtung der „Natur“ der dargestellten Tiere vorausgegangen sein muss. Er hat sie mit dem Herzen studiert, sich aus respektvoller Distanz in sie hineinversetzt.

Ein Leben für die Kunst

Wolfgang Binding wurde 1937 in München geboren. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet er in Eynatten. Von 1957 bis 1959 hat er eine Steinmetz- und Bildhauerlehre absolviert und von 1959 bis 1965 an der Düsseldorfer Akademie, in Alexandria und Kairo Bildhauerei studiert. Von 1965 bis 1973 war er Assistent am Institut für Plastik der RWTH Aachen, wo er sich 1973 habilitierte. Nach einer Gastprofessur an der Northern Michigan University (USA) wurde er als Professor für Bildhauerei an die Architekturfakultät der RWTH berufen, an der er bis 1993 tätig war. Seit 1961 stellt er international aus. Insbesondere in der Region Aachen finden sich seine Bronzeplastiken und Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum. Ausgezeichnet wurde Wolfgang Binding mit dem Poensgen-Preis (1962) und dem Förderpreis der Stadt Köln (1964).

Weitere Neuzugänge

Bei der Skulptur handelt sich um den dritten von vier Kunstankäufen im Jahr 2020. Diese können auch online auf dem Kulturerbe-Portal unter dem Reiter „Neuankäufe 2020“ bewundert werden. Eine gute Alternative in Zeiten der Corona-Pandemie.

Es wurden 2020 ebenfalls einige Werke des über die Landesgrenzen hinaus bekannten Malmedyer Künstlers Raoul Ubac erworben. Leider liegen (noch) nicht die Bildrechte des 1985 verstorbenen Künstlers vor.