Marmelade

Marmelade
Karte Ortsnamen
 
Erläuterung

Bei dieser Karte erkennen wir vor allem im südlichen Teil unseres Untersuchungsgebiets (in Belgien im Raum Burg Reuland, in Deutschland im Raum Prüm bis hinunter in die Bitburger Gegend) eine deutliche Resistenz gegenüber dem aus dem Neuhochdeutschen allgemein bekannten Wort Marmelaad, das im Rest unseres Untersuchungsgebiets in der Mehrzahl der Orte überwiegt. In dieser Region dominiert Jebeez (s. RhWb Bd. 1, Sp. 608: Gebeize 'Dicksaft, Gelee aus Beeren-, Obst- oder Rübensaft zum Bestreichen des Butterbrotes; auch geleeartiges Obstmus u. Marmelade') als häufigste Meldung für die dialektale Bezeichnung von Marmelade. Auch im Neuhochdeutschen spricht man heute bei bestimmten Formen des Haltbarmachens von Lebensmittel noch von „beizen“.

In Schönberg, Amelscheid und Lommersweiler ist als Hauptmeldung Zeropp (auch Zaruup/Zeruup/Zerupp), also eine mundartliche Variante von Sirup zu finden. Während im RhWb diese Bezeichnung nur für Rübenkraut zu finden ist, scheint sie sich hier als allgemeine Bezeichnung für süßen Brotaufstrich durchgesetzt zu haben.

Im Treeschland (Altgemeinde Manderfeld) sagt man im Dialekt neben Zerupp und Marmelaad vor allem Schmäres (von schmieren), genau wie im ca. 20 km südlich gelegenen Brandscheid (D). Unterdessen wird im Raum Kalterherberg/Monschau/Küchelscheid, aber auch in Rocherath, Halenfeld, Kettenis, Astenet und Hombourg zu Marmelade auch °Schelee gesagt.

Aus Weywertz und Montenau wird Jötz für Marmelade gemeldet. Diese Antwort haben wir vereinzelt auch auf die Frage nach Bonbon erhalten. Das Wort bezeichnet laut RhWb allgemein ‚Zuckerwerk, Nascherei für die Kinder, in der Kinderspr.’. Zu finden ist Jötz unter dem Eintrag Guts(-chen) und bezeichnet demzufolge ‚etwas Gutes (zu essen)’.

In der Gemeinde Plombières erkennen wir den Einfluss der französischen Sprache auf den Dialekt in diesem Gebiet, denn hier heißt es vorwiegend Konfitüür.

Zu guter Letzt ist aus Walhorn die Form Krütsche (Diminutiv zu Kruut) zu vermelden, die 'das aus den verschiedenen Früchten (nicht aus dem Saft) gekochte Obstmus, das auf die Fladen gestrichen wird’ bezeichnen kann (RhWb Bd. 4, S. 1431) und hier offenbar parallel und synonym zu Marmelaad verwendet wird.

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