Gürtel

Gürtel
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Erläuterung

Das Wort Gürtel ist schon früh bezeugt (ahd. gurtil, vgl nl. gordel, engl. girdle), entsprechend dem - noch viel höheren - Alter der Sache, mit der verbreitet auch symbolische Bedeutungen verknüpft waren.  Es ist verwandt mit Garten, gemeinsam ist beiden die Idee, etwas zu umfassen, zu umgrenzen. In Ostbelgien sowie im angrenzenden deutschen Gebiet werden in den Dialekten zumeist Lautvarianten dieses Worts verwendet, vom Venn an südlich durchgehend und streckenweise auch im Norden. Dort geht es jedoch wahrscheinlich auf standardsprachlichen Einfluss zurück, während das bodenständige Wort Reem ist (vgl. standarddeutsch Riemen), das auf deutscher Seite auch im Norden nur verstreut gemeldet wurde.  Wieder einmal zeigt sich hier im Norden Ostbelgiens der lexikalische Übergang zum Niederländischen, wo riem (neben ceintuur) das übliche Wort für das abgebildete Kleidungsstück ist, während Riemen im Standarddeutschen allgemein schmale Lederstreifen bezeichnet, die verschiedenen Zwecken dienen - außer gerade dem, ein Kleidungsstück zu umgürten oder zu halten. Der Karte nach gibt es im Norden der DG eine Präferenz für die Zusammensetzung Bokse-/Botzereem, während in den "altbelgischen" Orten einfaches Reem häufiger ist. Auch dies könnte sich mit dem in der DG stärkeren Einfluss des Standarddeutschen erklären, wo die Bedeutung von Riemen eben sehr unspezifisch ist, sodass das Bedürfnis entsteht, einen verdeutlichenden Zusatz zu verwenden - während vom Niederländischen her die Verwendung des Worts in der spezifischeren Bedeutung 'Gürtel' geläufig ist. Nur aus Baelen wurde außerdem Zentür - nach frz. ceinture - angegeben.

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