Mütze

Mütze
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Erläuterung

Die Bezeichnungen für die abgebildete Kopfbedeckung bilden in erster Linie den typischen Nord-Süd-Gegensatz: Nördlich des Venns heißt es praktisch durchgehend Mötsch. Dieses Wort (standarddeutsch Mütze, niederländisch muts) geht auf mittellat. almucia zurück (DWB), die Bezeichnung für eine Art Kapuze der Geistlichen, die über Kopf und Schultern reichte. Im Süden wurde dagegen nur an einigen Orten Mötsch angegeben, vor allem in der Gegend von Manderfeld, aber auch in Wirtzfeld und Nidrum, ansonsten dominiert hier klar Kapp. Ähnlich wie Mötsch ist auch dieses Wort lateinischer Herkunft (mlat. cappa), und wie auch im Fall von Mötsch/Mütze bedeckte das so bezeichnete Kleidungsstück ursprünglich nicht nur den Kopf, sondern auch noch einen Teil des Rumpfs . Auf deutscher Seite reichen die Mütze-Formen – zumeist als Mötz, nur um Monschau herum Möksch – dagegen noch etwas weiter nach Süden, ungefähr bis zur Ländergrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Die Verteilung in der Karte entspricht noch der Verteilung, die die Karte des DWA (Bd. 12) anzeigt. Auch der Unterschied zwischen Deutschland und Belgien in einem Teil der Eifel ist hiernach nicht neu. Das Gesamtbild der DWA-Karte macht deutlich, dass auch in diesem Fall wieder einmal ein großräumiger Gegensatz durch das ostbelgische Gebiet verläuft: Mütze, Mutz etc. ist die Hauptbezeichnung im nördlichen und südöstlichen Teil Deutschlands, von Hessen an südwestlich gilt dann Kappe. In der Alltagssprache (http://www.atlas-alltagssprache.de/r8-f3a-2/) ist Mütze dagegen weiter nach Südwesten vorgedrungen, Kappe wird (jedenfalls für eine gestrickte Mütze) durchgehend nur noch in der Schweiz verwendet, im deutschen Südwesten steht es neben Mütze.

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