Onkel

Onkel
Karte Ortsnamen
 
Erläuterung

Das Bild der Bezeichnung für den Onkel, das in vor allem im belgischen Teil unseres Untersuchungsgebiet heute eine schön säuberliche Verteilung auf ein jeweils recht einheitliches Nord- und Südareal zeigt, dürfte sich in den letzten hundert Jahren stark verändert haben. Ursprünglich handelte es sich nämlich bei unserem ganzen Untersuchungsgebiet um ein Ühm/Ihm-Areal (vgl. veraltet Ohm im Standarddeutschen). Doch stellte man bereits bei der Erstellung des RhWb fest: „für Ühm ist [...] in den Städten Onkel (WBitb Monni; Monsch, Eup, Aach, Selfk no?k, -ø-, nø?sk?), das auch schon aufs Land vordringt, [eingetreten]“. Von deutscher Seite sind nichtsdestotrotz auch heute noch zahlreiche Oom/Üüm/Ü?m-Nennungen zu vermelden (außer aus dem sehr städtischen Aachener Raum und dem Raum Prüm), während aus Belgien nur noch „früher Ühm“/“früher Ihm“-Meldungen kommen. Die alte Bezeichnung ist dort also zwar noch nicht vollständig in Vergessenheit geraten, wird aktuell aber nicht mehr verwendet.

Die heutzutage verwendeten Begriffe O(o)nkel und die im deutschen Sprachgebiet eher seltene Form No(o)nk stammen beide vom neuhochdeutschen Onkel, das im 18. Jh. von frnz. oncle entlehnt wurde. Nonk sieht zwar auf den ersten Blick anders aus, hat aber dieselben Wurzeln wie Onkel:

Nonk geht ursprünglich auf mon oncle zurück, wobei im Französischen eine Liaison zwischen n und o vorgenommen wird (daher in einigen Orten im deutschsprachigen Raum auch Formen wie Manonk oder Monong). Auf eine ähnliche Wortbildung ist auch Nonkel zurückzuführen, das im belgischen Niederländisch verwendet wird.

Karte GEO Karte