Fladen

Fladen
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Erläuterung

Auf der Karte, die die Bezeichnungen für einen flachen Kuchen mit Obst oder Reis zeigt, stehen sich hauptsächlich Varianten von zwei verschiedenen Wörtern gegenüber, nämlich Fladen und Torte.
Fladen war bereits im Althochdeutschen als flado 'flacher, dünner (Honig)kuchen (als Opferkuchen)' bekannt und ist verwandt mit althochdeutsch fla? 'flach' (vgl. englisch flat) (Duden: http://www.duden.de/rechtschreibung/Fladen).
Torte 'feiner, flacher Kuchen aus Zuckerteig' ist in der neuhochdeutschen Schriftsprache besonders seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts allgemein gebräuchlich, aber schon im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach nachweisbar. Es stammt aus dem Romanischen und entspricht italienisch torta sowie französisch tourte und tarte (DWB).
Im Nordteil des Untersuchungsgebiet bis hinunter nach Küchelscheid und Kalterherberg heißt es vorwiegend Vlaam, eine reduzierten Form von Fladem, wie es für dieses Gebiet auch im RhWb verzeichnet ist. Im Großteil der Eifel werden eher die Varianten Vlaat/Flaat, Flatt und Flät/Flett (in Recht) für dieses Gebäck verwendet – überall dort, wo Taart ein belegtes Brot bezeichnet (s. diese Karte). Weiter südlich sowie im Treeschland, also da, wo das belegte Brot Bottisch heißt, wird ein flacher Kuchen Taart oder Tuurt, im deutschen Gebiet auch Tort genannt. Nur vereinzelt heißt es Kuchen.
Das RhWb unterscheidet noch einmal zwischen Fladen 'kreisrunder Kuchen, eine Art Torte, zollhoch mit einem Kompott (Spis, Pe?per) meist aus getrocknetem Obst oder Gries, Reis belegt, ohne Deckel u. Verzierung, mit erhöhtem Rand, offene Torte' im Gegensatz 'zur Tart, die über dem Belag aus frischem Obst kreuzweis angeordnete Teigbänder aufweist'. Da bei unserer Karte die räumliche Verteilung zwischen beiden Bezeichnungen aber recht deutlich abgegrenzt ist, ist davon auszugehen, dass diese Unterscheidung in unserem Untersuchungsgebiet zumindest heute keine Relevanz hat.
 

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